Dank Chancen- und Teilhabegesetz : Langzeitarbeitslose erhalten in Plön eine Chance

Sorgen für eine saubere Innenstadt: Siegfried Braasch (links) und Hartwig Eckmann
Sorgen für eine saubere Innenstadt: Siegfried Braasch (links) und Hartwig Eckmann

Hartwig Eckmann (62) und Siegfried Braasch (59) sorgen in der Innenstadt für Sauberkeit.

Avatar_shz von
09. September 2019, 19:14 Uhr

Plön | Seit einigen Tagen kümmern sich in der Plöner Innenstadt zwei neue Mitarbeiter des Baubetriebshofes um Sauberkeit. Mit dem Projekt gibt die Stadt in Zusammenarbeit mit Jobcenter, Awo und Stadtwerken Langzeitarbeitslosen die Chance auf eine Rückkehr ins Arbeitsleben.

Hartwig Eckmann (62) ist ausgebildeter Kfz-Mechaniker, Siegfried Braasch (59) gelernter Matrose. Beide waren knapp sieben Jahre arbeitslos. Über das Jobcenter absolvierten sie im Juni ein 14-tägiges Praktikum in der Stadt. Mit Erfolg: Seit September sind Eckmann und Braasch reguläre Arbeitnehmer. „Wir haben gesehen, wie sauber die Fußgängerzone war, freuen uns über die gute Unterstützung und darüber, dass beide einen Job haben“, sagte Bürgermeister Lars Winter. Zuständig seien sie für das Gebiet von Stadtgraben bis Strandweg und Bahnhof bis Wentorper Platz.

Zu tun gibt es genug: Kippen, Schnapsflaschen und anderen Müll sammeln Eckmann und Braasch vom Asphalt und am Strandweg zwischen Büschen und Gehölzen. Auch den Bahnsteig reinigten sie von Kippen, obwohl dies Aufgabe der Bahn wäre. „Aber das fällt auf die Stadt zurück“, weiß Winter. „Letzte Woche habe ich eine Jeanshose, Socken und Turnschuhe gefunden“, erzählte Eckmann. „Wir gucken auch in die Blumenbeete und hinter die Büsche.“ All das blieb nicht unbemerkt: „Wir bekommen viel Lob vom Publikum“, berichtet Eckmann.

Das neue Chancen- und Teilhabegesetz des Bundes ermöglicht es, Arbeitslose wieder ans Berufsleben heranzuführen. Eckmann und Braasch sind zunächst für zwei Jahre angestellt. Da die Stadt dafür keine Kapazitäten im Stellenplan hat, vermittelte die Awo GmbH sie über einen Überlassungsvertrag an die Stadt, wo sie den Stadtwerken mit dem Baubetriebshof zugeordnet wurden.

Jetzt koordiniert Stadtwerkeleiter Heiner Rausch die Einsätze von insgesamt 16 Mitarbeitern. Für die ersten zwei Jahre trägt das Jobcenter Eckmanns und Braaschs Lohn zu 100 Prozent. Die Stadt erstattet den Stadtwerken jährlich 10.000 Euro für über den Lohn hinausgehende Ausgaben wie leistungsorientierte Bezahlung und Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld.

„Wenn die Herren Lust haben, und wir sie für gut befinden, könnten sie auch länger bleiben, und vielleicht finden sie ja auch einen regulären anderen Job“, sagte Winter. Für das dritte, vierte und fünfte Jahr übernähme das Jobcenter 90, 80 und 70 Prozent des Gehaltes. Im Kreis Plön gibt es laut Winter 300 Arbeitnehmer, die nach dem Teilhabegesetz durch den Bund finanziert werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen