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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 20:30 Uhr

Landwirte gehen auf die Barrikaden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ostholsteins Großprojekte: Bauernverband kündigt Zusammenarbeit auf

Paukenschlag für die geplanten Großprojekte Ostküstenleitung, Beltquerung und Schienenhinterlandanbindung in Ostholstein: Die Landwirte in der Region sind verärgert, kündigen jetzt die bisherige Zusammenarbeit mit Planern und Gremien auf.

Der Grund: Die Landwirte fühlen sich nicht ernst genommen, sehen ihre Interessen nicht genügend berücksichtigt und befürchten einen übergroßen „Landfraß“ im Zuge des Baus von 380-kV-Leitung und den Schienentrassen. „Wir haben langsam die Nase voll“, sagt Holger Schädlich, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Ostholstein-Lübeck (Foto li.). Viele Tropfen hätten jetzt das Fass zum überlaufen gebracht. Nun sei die Zeit für Gegenwind gekommen. Juristische Schritte seien nicht ausgeschlossen, so Schädlich.

Der Bauernverband geht von einem Flächen- und Kompensationsbedarf für die Großprojekte in Ostholstein von 2435 Hektar aus – das entspricht einer Fläche von etwa sechs Dörfern in der Region, rechnet Schädlich vor. Dieser Landverlust stelle umgerechnet eine wirtschaftliche Einbuße von rund 7,2 Millionen Euro pro Jahr für die Region dar.

Bisher habe der 1400 Mitglieder starke Verband „recht konstruktive Gespräche“ geführt, sagt Klaus-Dieter Blanck, Vorsitzender des Kreisbauernverbands (Foto re.). Doch seit kurzem sieht das anders aus. Flächen für den geplanten Seetunnel sollen nun an Land ausgeglichen werden, Strommasten sollen nicht in den Knicks, sondern mitten auf den Feldern gebaut und im Zuge des Baus der Schienenhinterlandanbindung würden breite Zonen entstehen, die nicht mehr bewirtschaftet werden könnten, so Blanck.

Viele Maßnahmen im Zuge der Großprojekte seien zudem „ein Kniefall vor dem Naturschutz“, so Schädlich. Seite 4

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erstellt am 30.Sep.2015 | 18:32 Uhr

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