Landschaftsschutz für Bungsberg

Den Blick in eine schützenswerte Landschaft bietet der Aussichtsturm auf dem Bungsberg.
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Den Blick in eine schützenswerte Landschaft bietet der Aussichtsturm auf dem Bungsberg.

Kreis Ostholstein will wie der Kreis Plön das Umfeld des Bungsberges zu einem dauerhaften Landschaftsschutzgebiet machen

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10. August 2018, 11:44 Uhr

Der Kreis Ostholstein beabsichtigt, den Bungsberg samt seinem Vorland als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Bereits Anfang 2017 wurde das Gebiet einstweilig sichergestellt, was lauten Protest aus der Landwirtschaft heraufbeschworen hatte: Die Bauern fürchteten existenzielle Einschränkungen.

Diese einstweilige Sicherstellung war auf zwei Jahre befristet. Aktuell hat der Kreis ein Verfahren zur endgültigen Unterschutzstellung als Landschaftsschutzgebiet „Bungsberg mit Vorland“ eingeleitet.

Der Bungsberg ist, wie es in einer Mitteilung des Kreises ausgeführt wird, die eiszeitlich entstandene höchste Erhebung Schleswig-Holsteins. Aufgrund seiner Höhe von 167 Metern wurde er von der letzten Eiszeit umflossen und nicht durch Gletscher abgetragen und überformt wie die umgebenden Flächen (Vorland). Die sind geprägt durch besonders markante Moränenlandschaften.

Die ringförmig umschließenden Moränenwälle enthalten in alle Himmelsrichtungen abfließende Bäche, die teilweise in tief eingeschnittenen Kerbtälern verlaufen. Es ist eine Natur-
und Kulturlandschaft von besonderer Vielfalt, Eigenart und Schönheit entstanden.
„Durch diese Einzigartigkeit eignet sich das Gebiet um den Bungsberg außerordentlich gut als Landschaftsschutzgebiet.“ sagt Joachim Siebrecht, Leiter des Fachdienstes Naturschutz des Kreises. Regional und überregional bedeutsam, biete es uneingeschränkten Naturgenuss und ermögliche es, eine struktur- und artenreiche Natur- und Kulturlandschaft zu erleben.

Landrat Reinhard Sager ist ebenfalls überzeugt davon, dass diese Landschaft unter Schutz gestellt werden sollte. „Das Vorland des Bungsberges macht vor Kreisgrenzen nicht halt. Umso erfreulicher ist es, dass auch der Kreis Plön beabsichtigt, hier ein Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. So kann der Bungsberg mit seiner Moränenlandschaft vollständig unter Schutz gestellt werden.“

Das Verfahren sei im Kreis Ostholstein nun so weit fortgeschritten, dass die Untere Naturschutzbehörde die Gemeinden und Ämter, die Träger öffentlicher Belange sowie die Naturschutzverbände angeschrieben hätten. Sie hätten bis Ende September Gelegenheit, ihre Stellungnahme abzugeben.

Der Entwurf der Kreisverordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Bungsberg mit Vorland“ werde in Kürze bei den betroffenen Amtsverwaltungen (Oldenburg-Land, Lensahn und Ostholstein-Mitte) und der Unteren Naturschutzbehörde ausgelegt. Die Bürger hätten dann sechs Wochen Zeit, zum Entwurf der Verordnung Stellung zu nehmen.

Der Entwurf der Kreisverordnung inklusive der dazugehörigen Karten kann auch auf der Internetseite des Fachdienstes Naturschutz des Kreises Ostholstein eingesehen werden.

Die Stellungnahmen würden ausgewertet und mit den Belangen des Landschaftsschutzes abgewogen. Im Anschluss an diesen Prozess erfolge dann der Erlass der Kreisverordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Bungsberg mit Vorland“.

www.kreis-oh.de/naturschutz












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