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Planungshürden für Malente : Landschaftsschutz bremst Hotelpläne

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Sowohl auf Bruhnskoppel bei Krummsee als auch auf dem Gut Rothensande kollidieren Entwicklungspläne mit dem Schutz von Landschaft und Natur. Die Gemeinde will aber beharrlich die Pläne weiter vorantreiben.

Große Hindernisse seien für einen Hotelneubau nicht zu erwarten. Diese Einschätzung hatte Andreas Nagel vom Planungsbüro Ostholstein im Herbst 2011 mit Blick auf Bruhnskoppel vertreten. Zwei Jahre später wird klar: Sowohl für ein Hotel in gehobener Preisklasse auf dem herausragenden Gelände als auch für Pläne auf dem Gut Rothensande bei Malente gibt es hohe Hürden.

Das Schlüsselwort heißt Landschaftsschutzgebiet: Sowohl die 74 Meter über dem Meeresspiegel liegende Bruhnskoppel als auch das als Filmkulisse bekannte Gut Rothensande sind mit dieser Hürde behaftet, sagte Bürgermeister Michael Koch am Dienstag im Bauaussschuss. Das sei in Gesprächen mit dem Kreis deutlich geworden, ergänzte Andreas Nagel.

Bei den seit 2011 entwickelten Plänen für einen Hotelneubau der gehobenen Klasse (4 oder 5 Sterne) auf Bruhnskoppel hat danach die Untere Naturschutzbehörde (UNB) ein kategorisches Nein zu allen Bauplänen außerhalb eines Kernbereiches geäußert. Damit könnten ein Bistro und eine finnische Sauna am Ufer des Krummsees nicht gebaut werden, außerdem kein Bistro, das südlich des neuen Hotels „in den Hang geschoben“ werden sollte. Sehr kritisch habe die Behörde außerdem den Plan für einen separaten Trakt mit 30 Ferienappartements gesehen, sagte Nagel weiter.

Probleme gibt es auch bei Plänen für Rothensande, die Nagel und der Planer Ole Marxen skizzierten: Dort kollidieren der gewünschte Bau eines Bettenhauses mit einem gesetzlich geschützten Biotop. Einen solchen Eingriff müsse man sehr gut begründen, sagte Nagel, was im Zug eines Bebauungsplanverfahrens geschehen könnte.

Sowohl die Pläne für Bruhnskoppel als auch für Rothensande wurden vom Bauausschuss einstimmig begrüßt, und für beide wurde anhand der jüngsten Entwürfe die Aufstellung eines vorhabenenbezogenen Bebauungsplanes beschlossen – wohl wissend, dass Reibungsflächen mit Landschafts- und Naturschutz nicht ausgeräumt sind.

Bislang gebe es vom Kreis aber nur mündliche Hinweise. In einem offiziellen Verfahren der Bauleitplanung werde es aber konkrete, schriftliche Stellungnahmen geben, auf die man in der weiteren Planung dann entsprechend reagieren könne, so Koch. Dazu gehöre auch die Möglichkeit, Teile der Planungsgebiete aus dem Landschaftsschutz zu entlassen.

Klar ist, dass es mit dem optimistisch für das Jahr 2013 anvisierten Baubeginn auf Bruhnskoppel nichts wird. Es ist noch nicht einmal der Abriss vollzogen, und auf Nachfrage von Krummsees Dorfvorsteher Erich Gothe sagte Architekt Jan-Gerd Grafe, dass er nicht wisse, wann die inzwischen ausgeschlachteten Gebäude dem Erdboden gleichgemacht werden.

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erstellt am 04.Sep.2013 | 12:44 Uhr

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