Landrat Sager: Mehr tun für Flüchtlinge mit Bleibeaussicht

Im Dialog über kommunale Sorgenthemen: (von links) Reinhard Sager, Ralph Brinkhaus, Ingo Gädechens, Klaus Dieter Schulz.
Im Dialog über kommunale Sorgenthemen: (von links) Reinhard Sager, Ralph Brinkhaus, Ingo Gädechens, Klaus Dieter Schulz.

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29. Juli 2015, 13:28 Uhr

Als Präsident des Deutschen Landkreistages hat Landrat Reinhard Sager gestern das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger und Mitarbeiter in den Sozialbehörden bei der Betreuung von Flüchtlingen gewürdigt. Zugleich forderte er Bund und Länder auf, schnell mehr für die Integration derer zu tun, die gute Aussicht auf ein Bleiberecht hätten.

Sager verdeutlichte zusammen mit Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz den CDU-Bundestagsabgeordneten Ralph Brinkhaus (Gütersloh) und Ingo Gädechens die kommunalen Sorgen und Forderungen. Auch in Ostholstein falle es den Gemeinden schwer, noch Wohnraum für Flüchtlinge aus aller Welt zu finden. In Stockelsdorf werde bereits eine Aufstellung von Containern diskutiert, und er sei nicht sicher, ob die Aufnahmeqoute von 1400 Flüchtlinge im Kreisgebiet am Jahresende noch reiche, so Sager.

Vor dem Hintergrund forderte der Landrat eine stärkere Differenzierung „zwischen Flüchtlingen mit Bleibeperspektive und solchen ohne“. Auch Albanien, Kosovo und Montenegro sollten als sichere Herkunftsländer eingestuft werden. Und: Wer kaum Aussicht auf einen Schutzstatus nach dem Asylrecht habe, sollte das in drei Monaten bescheinigt bekommen und ausgewiesen werden. Dies entlaste die Kommunen, aber auch das bürgerschaftliche Engagement.

Brinkhaus befürwortete Sagers Forderung, die staatlichen Kapazitäten auf diejenigen zu konzentrieren, „die hier eine Perspektive haben“. Zudem sprach er sich für eine klare Zuordnung der Aufgaben bei der fälligen Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen aus.

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