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Landrätin verteidigt Pilotprojekt Anruf-Linien-Taxis für Lütjenburg

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 27.Okt.2017 | 18:04 Uhr

Über die beste und zugleich kostenmäßig vertretbare Lösung bei der Schließung von Angebotslücken im öffentlichen Personennahverkehr ist im Kreis Plön eine muntere Diskussion ausgebrochen.

Landrätin Stephanie Ladwig hat den von der CDU-Kreistagsfraktion in einer Pressemitteilung kritisierten Vorschlag der Kreisverwaltung für ein Anruf-Linien-Taxi als Pilotprojekt im Raum Lütjenburg verteidigt. Das sei vielversprechend und der richtige Weg. Ein subventioniertes Taxi-Angebot in Form vom Rufbussen wäre wirtschaftlich schlechter, Erfahrungen in anderen Regionen zeigten eine schlechtere Auslastung solcher Angebote, argumentiert Ladwig.

Gemäß der Empfehlung aus der Potentialanalyse von Prof. Dr. Peter Franke habe der Kreistag im Mai 2017 dementsprechend einstimmig bei drei Enthaltungen dieser modernen ÖPNV-Ergänzung seine Zustimmung gegeben. „Bedarfsorientierte Verkehre sind für den ländlichen Raum eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Liniennetz“, erklärt die Landrätin. Ein Rufbus im Flächenbetrieb wäre deutlich teurer, da es sich letztlich um ein subventioniertes Taxi-Angebot handele.

Große Aufmerksamkeit verspricht Stephanie Ladwig beim Blick auf autonom fahrende Fahrzeuge, die auf der Insel Sylt erprobt werden sollen: Das sei derzeit noch „in einer sehr frühen Projektphase“, aber: „Der Kreis Plön wird die Entwicklungen aufmerksam verfolgen. Eventuelle positive Erkenntnisse können für die Zukunft sicherlich auch für den Kreis Plön von großem Interesse sein.“

Echte Erfahrungen mit einem Rufbus bis zur Haustür gebe es jedoch seit 2005 aus dem Kreis Ostholstein. Die dort im nördlichen Kreisgebiet eingesetzten Flächenrufbusse würden stark subventioniert. Die Besetzungsquoten seien niedriger als bei vergleichbaren Anruf-Linien-Fahrten. Diese Erfahrungen unterstützen die Strategie des Kreises Plön, sich auf Anruf-Linien-Angebote zu konzentrieren. „Ziel sollte es nicht sein, Taxis oder bestehende Verbindungen zu ersetzen, sondern Angebotslücken zu schließen. Das Pilotprojekt, dem der Kreistag einstimmig zugestimmt hat, stellt deshalb einen ersten wichtigen Schritt dar, diesem Ziel gerecht zu werden“, so Landrätin Ladwig.

Nicht nur die Höhe der Subvention, auch die Qualität des Angebotes sei wichtig, entgegnete CDU-Sprecher Tade Peetz auf die Ladwig-Erklärung. Und es könne kein Zweifel bestehen, dass der Rufbus ein sehr gutes Angebot sei. Das Bussystem in Ostholstein bewerte die CDU nicht so negativ. Und die Union sehe, dass Sylt und andere Regionen bereits weiter seien.

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