zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

19. November 2017 | 02:27 Uhr

Landjugend saniert Bolzplatz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Nach 72 Stunden Arbeit entstand ein attraktiver Dorftreff für Groß Schlamin / 2018 Fest als Dankeschön geplant

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2017 | 00:59 Uhr

„Ihr könnt stolz sein auf das was Ihr hier geleistet habt“, lobte Schashagens Bürgermeister Rainer Holtz am Sonntag kurz nach 18 Uhr die 28 tatkräftigen Mitglieder der Landjugend Neustadt und Umgebung. Da lagen 72 Stunden hinter den Jugendlichen, in denen sie aus einem vernachlässigten und zugewucherten Bolzplatz neben dem Bahndamm einen attraktiven Dorftreff für Groß Schlamin gemacht haben. „Wi mookt dat!“ war das Motto der landesweiten Aktion, in der die Landjugend ihre Gruppen alle vier Jahre aufruft mit Kreativität und ehrenamtlich etwas Bleibendes in der Heimat zu schaffen.

Bis zur Bekanntgabe der Aufgabe am Donnerstag um 18 Uhr im Kremper Krug wusste keiner, was in den nächsten drei Tagen zu leisten ist. Tim-Ole Wulf hatte als sogenannter „Agent“ der Landjugend nach der Anmeldung der Neustädter Gruppe nach einem geeigneten Projekt gesucht und war in Groß Schlamin schnell fündig geworden. Lange war nichts mehr für den Erhalt des Bolzplatzes direkt neben den Gleisen der Vogelfluglinie getan worden. „Es sind bestimmt mehr als sechs Jahre“, schätzt Holtz, der sofort seine Zustimmung für die Sanierung des Geländes gab. Es war auch am Donnerstagabend noch mit den Jugendlichen vor Ort. „Sie haben sofort ihre Smartphones gezückt und die ersten Dinge organisiert“, war der Bürgermeister noch drei Tage später begeistert. Das waren auch die zahlreichen Einwohner aus Schlamin und Umgebung, die am Sonntag mit den Jugendlichen bei Würstchen vom Grill und einem nicht ganz ernst gemeinten Fußballspiel „Landjugend vs. Dorf“ ihren neuen Dorftreff feierten. Nachdem das Fußballspiel 4:0 an die Landjugend ging, revanchierte sich das Dorf mit einem Sieg beim abschließenden Tauziehen.

Kim-Christian Jungclaussen und Philipp Börger aus dem Vorstand der Landjugend gaben zu: „Wir haben bisher nur große Feten organisiert und haben schon gegrübelt, ob wir das gewuppt bekommen.“ Am Ende waren aber auch sie „super stolz“ und erfreut über die vielen helfenden Hände: „Jeder hat so viel Zeit genommen wie er hatte und noch ein bisschen mehr.“

Etwas Glück gehörte allerdings auch dazu. Wäre es am Freitag zu den angekündigten Starkregenfällen gekommen, wäre auf der feuchten Koppel an ein Weiterarbeiten nicht zu denken gewesen. Bereits am Freitagabend war eine Walze nötig, um die vielen Fahrspuren aus dem Boden zu bekommen. Am ersten Tag waren die Jugendlichen mit schwerem Gerät angerückt, um Grund in die Fläche   zu   bekommen. „Wir haben drei Acht-Tonnen-Anhänger voll Buschwerk und einen halben Ladewagen voll Gras abgefahren“, zieht Isabell Einfeldt die Tagesbilanz.

Am Sonnabend ging es dann an den Wiederaufbau. Die Liste der Arbeiten war lang. Sie reichte vom Bau einer Wippe, eines Schwebebalkens und zwei Sandkisten über das Streichen der vorhandenen Schutzhütte bis hin zum Errichten neuer Fußballtore und eines Ballfangzaunes. Alles Material müsste die Landjugend selbst organisieren und nach Groß Schlamin transportieren. Da freuten sich alle über die Verpflegung, die sie spontan von den Einwohnern bekamen. „Wer hier hungrig war, der hat was falsch gemacht“, scherzte Börger am Sonntag. Für die Jugendlichen machte es sich bezahlt, dass sie unter den Mitgliedern viele praktische Berufe vereinigen, die alle ihr Können unter Beweis stellen konnten. So war Schweißen genauso wenig ein Problem, wie die gekonnte Holzverarbeitung oder gar das Streichen. „Einer alleine ist schwach, alle zusammen sind stark“, fasste es Holtz zusammen. Er habe es bei jedem seiner Besuche genossen, anzusehen wie Jugendliche ohne die Frage „Was bekomme ich dafür“ anpacken und versprach sich persönlich für ein „Dankeschön“ der Gemeinde einzusetzen. Damit die Jugendlichen sehen, wie der Bolzplatz in Ehren gehalten wird, lud sie der Bürgermeister ein, dort im nächsten Jahr am 3. Sonnabend im Mai ein gemeinsames Fest zu feiern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen