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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 00:25 Uhr

Land unter nach Gewitterregen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Lindenbruchgraben trat über die Ufer und überschwemmte Oldenburger Landstraße / Erweiterung der Leitungskapazität dringend nötig

shz.de von
erstellt am 25.Jun.2016 | 19:45 Uhr

Überschwemmung in der Oldenburger Landstraße: Zwischen den Zufahrten Zufahrt zum Parkplatz der Landesgartenschau und zur Kaserne herrschte am Samstagabend gegen 18.30 Uhr nach lang anhaltenden Gewitterschauern Land unter. Nicht jeder Autofahrer traute sich noch durch die Fluten. Einer, der es wagte, blieb prompt stecken. Das Nass drang offenbar bei der Durchfahrt in den Motorraum und setzte die Zündung außer Gefecht. „Das Wasser steht an der tiefsten Stelle fast 30 Zentimeter hoch“, berichtete anschließend einer der Helfer, die das Auto ins Trockene geschoben hatten.

Verstopfte Gullys waren aber vermutlich nicht oder nur teilweise Schuld an der Überschwemmung. Deren Ursache fand sich vielmehr auf einem Grundstück in der Robert-Schade-Straße. Dort mündet der offene Lindenbruchgraben in ein Rohr, das die Wassermassen irgendwann nicht mehr aufnehmen konnte. „Normalerweise ist das Wasser im Graben 20 Zentimeter hoch“, berichtet Stefan Erbs, der direkt am Lindenbruchgraben wohnt. Irgendwann sei der Bach dann über die Ufer getreten. Er zeigt auf eine Brücke über den Graben. „Die stand unter Wasser, genauso das Nachbargrundstück.“ Er habe mittlerweile in seinem Haus eine starke Pumpe installiert, um im Notfall das Wasser wegschaffen zu können.

Den ganzen Tag über habe er den Rechen vor dem Rohr schon von Ästen freigehalten, doch irgendwann habe das angesichts der Wassermassen nichts mehr genützt. Das Gewerbegebiet bei McDonald’s ebenso wie das neue Gewerbegebiet entwässerten über den Lindenbruchgraben. Dafür sei er an dieser Stelle aber nicht ausgelegt. Erbs, der dort seit zweieinhalb Jahren wohnt, spricht aus Erfahrung. „Das passiert fünf bis sechs Mal im Jahr“, sagt der Mitinhaber eines Elektrobetriebs auf dem Grundstück.

Andreas Piechota bestätigt die Malaise. „Ich habe da im Jahr 1999 gewohnt.“ Mehrmals habe er nachts bei starkem Regen den Rechen freigehalten. Einmal habe nur ein Millimeter gefehlt und die Fluten wären in seine Wohnung eingedrungen. Da habe er genug gehabt und sei dort weggezogen. Seit Jahren wolle die Stadt das Problem schon lösen, doch geschehen sei nichts, schimpft Piechota.

Allerdings hat die Stadtentwässerung bereits in einem ersten Bauabschnitt für 550  000 Euro die Vorflut auf dem Landesgartenschaugelände vergrößert. In einem zweiten Bauabschnitt will der Eigenbetrieb der Stadt für 500  000 Euro die Leitungskapazität im Kreuzungsbereich Robert-Schade-Straße und Oldenburger Landstraße erweitern. Das scheint auch nötig, wie die Ereignisse jetzt vor Augen geführt haben.

Durch das Abklingen der Regenfälle und das Eingreifen der Feuerwehr entspannte sich die Lage in der Oldenburger Landstraße. Die Einsatzkräfte entfernten die Einsätze in den Gullys, die sich mit Sand und Steinen völlig zugesetzt hatten – ob durch die Fluten aus dem Lindenbruchgraben oder schon vorher, ist unklar. An den geöffneten Gullys lief das Wasser dann so schnell ab, dass sich kleine Strudel bildeten.

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