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Kreis Plön : Land schließt Flüchtlingsunterkunft Salzau

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Zahl neu ankommender Flüchtlinge geht zurück. Das Land schließt Einrichtungen der Erstaufnahme. Das Herrenhaus Salzau gehört dazu.

Das Land reagiert auf die rückläufige Zahl ankommender Flüchtlinge. Nach Informationen des sh:z ist dabei beabsichtigt, die Zahl auch der landeseigenen Aufnahmestellen zu reduzieren. Als erstes wird dies die Flüchtlingsunterkunft Salzau treffen. Sie soll schon in Kürze geschlossen werden. Die noch verbleibenden 68 Flüchtlinge dort werden nun umgehend in andere Aufnahmeeinrichtungen überführt.

Die Zahl der ankommenden Flüchtlinge ist rückläufig. Für die Mitarbeiter auf Salzau hat die Schließung der Unterkunft Folgen. Das Land will auch die Zahl der Einrichtungen reduzieren.

Bereits kurz vor Weihnachten hatte Innenminister Stefan Studt (SPD) ein Umdenken in Anbetracht der sich verändernden Flüchtlingsströme angekündigt. Und nirgends wird dies deutlicher als am Beispiel der landeseigenen Unterkunft im ehemaligen Schloss Salzau. Hier wimmelte es kurz nach der Eröffnung im September vergangenen Jahres von Menschen.

Jetzt sind die meisten Schlafsäle verwaist. Von den einst 329 Flüchtlingen leben derzeit nur noch 68 in Salzau. Der Busverkehr in die Nachbarorte Schönberg und Schwentinental ist praktisch eingestellt mangels Nachfrage. Dem kürzlich eingestellten Personal zur Betreuung der Flüchtlinge droht damit die Entlassung. Die Rede ist davon, ihnen bis Ende April zu kündigen. Gegenwärtig versuche man noch, sie auf andere Einrichtungen zu verteilen wie beispielsweise die Unterkunft in Lütjenburg. Bis dahin soll das Schloss in seinen „ursprünglichen Zustand zurückgebaut werden“, sprich Abbau der Container und Renovierung der Räumlichkeiten.

Ging Innenminister Stefan Studt (SPD) noch zum Jahresende von rund 30.000 benötigten Plätzen für Flüchtlinge aus, sollen diese nun auf 22.000 heruntergefahren werden. Das verlautete aus Ministeriumskreisen. Nach dem neuen Konzept will das Land dabei auch die Zahl der Einrichtungen reduzieren. Die Rede ist von Sammelunterkünften von jeweils bis zu 1000 Personen.

Absicht sei, sich auf weniger Standorte wie Kiel, Eggebek, Rendsburg, Leck, Husum und Lütjenburg zu konzentrieren. Spätestens im Sommer soll danach auch die Bundeswehrkaserne in Putlos wieder freigegeben werden.

Nun hat Innenminister Stefan Studt eine positive Zwischenbilanz zur Umsetzung des so genannten Flüchtlingspaktes gezogen: „Wir sind auf einem sehr guten Weg und haben in vielen Bereichen mittlerweile weitaus mehr getan, als wir uns damals vorgenommen hatten“, sagte der Innenminister am Freitag im Landtag. „Der Ansatz der Integration vom ersten Tag an ist aktueller denn je.“ Im zweiten Halbjahr will Studt wieder alle Beteiligten zu einer Flüchtlings-Konferenz einladen. Seit Jahresbeginn hat das Land mehr als 4400 Asylsuchende aufgenommen. Im vergangenen Jahr waren es rund 55.000 Hilfesuchende.

Konkret auf Salzau angesprochen sagte der Minister, der personelle Aufwand für eine kleine Einrichtung sei unverhältnismäßig größer als für eine größere Einrichtung. Am Anfang, als Raum gebraucht wurde, passte Salzau ins Konzept. „Aber es ist eben, wenn man Salzau betrachtet, ein altes Schloss, ein Gutsherrengebäude, dann auch nicht die ideale Struktur, die ideale Form, um zu versorgen, um Unterrichtsleistungen zu erbringen. Und deshalb, in der Situation, wo wir etwas mehr Überblick haben, der Schritt zurück aus Salzau.“

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erstellt am 12.Mär.2016 | 04:00 Uhr

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