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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 21:52 Uhr

Land erwartet jetzt 25 000 Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Lage in den Erstaufnahme-Stellen für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein wird immer dramatischer: Am Wochenende kam es in Neumünster zu Tumulten, als statt der vorgesehenen 150 deutlich mehr als 200 Flüchtlinge per Bus in die neue Einrichtung in Rendsburg abfahren wollten. Die Polizei beruhigte die Lage.

Schließlich bezogen 240 Flüchtlinge die neuen Wohncontainer in Rendsburg. Die Ankunft auf einem Gelände am Stadtrand verlief ohne organisatorische Probleme. Dennoch verdeutlichte eine Szene, dass die Nerven bei vielen Asylbewerber blank liegen. Als eine Mutter aus Afghanistan aus dem Bus stieg und die Wohncontainer auf einer Wiese erblickte, brach sie vor den Augen von Innenminister Stefan Studt (SPD) in Tränen aus. Hier wolle sie nicht bleiben, rief die junge Frau verzweifelt.

Studt schraubte am Wochenende die Prognose für die Flüchtlingszahl in Schleswig-Holstein weiter nach oben. 20  000 sei nicht mehr realistisch, nach neuen Berechnungen müsse sich das Land auf 25  000 Neuzugänge einstellen. Bis Ende Juli kamen bereits 10  300. Sollte Studts Prognose zutreffen, würde dies für Deutschland insgesamt weit mehr als 700  000 Flüchtlinge bedeuten.

Deutlich setzte Studt auch politisch Akzente neu: Er sei gegen einen Alleingang des Landes bei einem Winterabschiebestopp, und er signalisierte Bewegung in der Frage der sicheren Herkunftsländer. Angesichts der weiter steigenden Flüchtlingszahlen müsse die Landesregierung unmittelbar nach der Sommerpause die Lage neu bewerten und Konsequenzen ziehen.

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erstellt am 16.Aug.2015 | 18:18 Uhr

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