Lage in Preetz hat sich normalisiert

Gestern im Polizeibeirat des Kreises Plön: (von links) Vorsitzender Stefan Leyk, Karsten Raschke als Leiter der Verkehrsabteilung, Landrätin Stephanie Ladwig und der Kieler Polizeichef Thomas Bauchrowitz.
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Gestern im Polizeibeirat des Kreises Plön: (von links) Vorsitzender Stefan Leyk, Karsten Raschke als Leiter der Verkehrsabteilung, Landrätin Stephanie Ladwig und der Kieler Polizeichef Thomas Bauchrowitz.

Preetzer Jugendlicher wurde als „Steinerwerfer“ vom Amtsgericht in Plön verurteilt / Polizeibeirat hörte gestern Bericht der Polizei

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29. Mai 2018, 13:06 Uhr

Die Lage in Preetz hat sich aus Sicht der Polizei wieder völlig normalisiert, nachdem dort im vergangenen Jahr Jugendliche auf dem Marktplatz wiederholt für „Ausfälle“ bis hin zu Gewalttaten gesorgt hatten. Maßgeblich mit dazu beigetragen hat nach Meinung der Polizei, dass der Bereich wegen der Vorkommnisse zu einem „gefährlichen Ort“ erklärt worden war. Dadurch konnte auch der Haupttäter ermittelt und überführt werden, berichteten gestern der Kieler Polizeichef Thomas Bauchrowitz und der Plöner Revierleiter Michael Martins dem Polizeibeirat im Kreistag in einer Art Bilanz.

Höhepunkt war sicherlich der Steinwurf eines Minderjährigen auf Polizisten im vergangenen September und die Verletzung eines 19-jährigen Mädchens einen Monat später. Laut dem Plöner Polizeichef Martins konnte ein 17-Jähriger als „Kopf“ der Gruppierung von Jugendlichen und auch als Steinewerfer ermittelt werden. Er habe die Tat auch gestanden und sei angeklagt worden, berichtete Martins dem Beirat. Letzte Woche sei der Jugendliche im Plöner Amtsgericht deswegen verurteilt worden. Er erhielt eine Haftstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Quasi als „Warnschuss“ muss er allerdings einen dreiwöchigen Jugendarrest absitzen. Er erhielt zudem ein Kontaktverbot zu den anderen Mitgliedern der Jugendgruppe und darf den Marktplatz nach 22 Uhr nicht mehr betreten. Auch das Schusterfest durfte er per Gerichtsauflage nicht besuchen. Er muss sich zudem um einen Ausbildungsplatz bemühen. Wenn er gegen das Urteil keinen Einspruch einlegt, wird es Ende der Woche rechtskräftig.

Durch die Einstufung als „gefährlichen Ort“ konnte die Polizei ohne den Anfangsverdacht auf eine Straftat oder einer konkreten Gefahrenlage Personen anhalten, überprüfen und deren Sachen durchsuchen.

Deutliche Kritik an dieser, in seinen Augen überzogenen Maßnahme, äußerte der Kreistagsabgeordnete Martin Wolf (FDP), der selbst aus Preetz kommt. „Mussten die Freiheitsrechte in Preetz wirklich eingeschränkt werden“, fragte er in Richtung Polizeiführung. Tatsächlich gab es „eine Gruppierung von Jugendlichen außer Rand und Band“, so Bauchrowitz. „Die Art und Weise, wie man sich verabredet hat, hat uns besorgt.“ „Muss man deshalb einen Großteil der Bevölkerung unter Generalverdacht stellen?“, hakte Wolf nach. Die Jugendlichen testeten die Grenzen des Staates aus Sicht der Polizei gezielt aus. Es gab Übergriffe und Drohungen zusammen mit anderen Straftaten wie Diebstähle. Auch Drogen, Raub und Einbrüche gehörten als Folge dazu.

„Deshalb haben wir es uns nicht leicht gemacht, Preetz zu einem gefährlichen Ort zu erklären.“ Die Polizei sei die Sache mit „Augenmaß“ angegangen und hätte nur „sehr punktuell reagiert“. Aus Sicht von Polizeichef Martins lagen die Voraussetzungen für diese Maßnahme vor, „das Recht ist angewandt worden“, so Bauchrowitz. Die Polizei werde sich aber dennoch weiter auch auf dem Markt zeigen. Personenkontrollen seien damit nur noch beim Anfangsverdacht für eine Straftat oder einer konkreten Gefahrenlage möglich.

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