Längst beschlossener Hundeauslaufplatz erhitzt die Gemüter

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15. März 2018, 11:33 Uhr

Manche Mandatsträger in der Ratsversammlung müssen sich offenbar erst mit dem hohen Arbeitstempo von Bürgermeister Lars Winter und der neuen Effektivität der Stadtverwaltung anfreunden. Sie hatten mit dem Beschluss des Stadthaushaltes für 2018 längst den Bau eines zentral gelegenen Hundeplatzes beschlossen. Winter setzt diesen Beschluss jetzt um. Ein Beschluss, der bei den Ratsleuten unbestritten ist, aber gestern Abend im Ausschuss für gesellschaftliche Angelegenheiten für Diskussionen sorgte.

Auf einer Fläche von 1600 Quadratmeter soll am Trentsee der Hundeauslaufplatz entstehen und eine seit 13 Jahren dauernde Suche beenden. Doch die Anlieger – besonders aus der Bürgermeister-Kinder-Straße – sehen erhebliche Probleme. Wie der OHA bereits berichtete, sehen sie sich mit dem Bau des Platzes zwischen Sportplatz und Trentsee Hundelärm und Parkplatzproblemen ausgesetzt.

Aber auch der Naturschutz müsse beachtet werden, weil Hunde durch das Schilf in den Trentsee rennen und damit das Federvieh aufschrecken könnten. So forderten Anlieger auch einen schützenden Zaun vor den Hunden für den Schilfgürtel.

Anwohnerin Julia Meyer übergab denn auch 80 Unterschriften gegen den Bau des Hundeplatzes an den Ausschussvorsitzenden Jens-Uwe Seligmann (CDU). Und überhaupt: wer soll den Platz pflegen? Was wird es kosten? Wie ist es mit Leinenzwang? Alternativen legte Helga Barthel den Mitgliedern des Ausschusses vor – darunter auch einen Platz bei der Jägerschaft an der Ölmühle. Es half alles nichts.

„Überall in der Stadt müssen Menschen ihre persönlichen Rechte zurückstellen“, warb Bürgermeister Winter um Verständnis – am Marktplatz beim Wochenmarkt oder Jahrmarkt, am Behler Weg mit dem Gewerbegebiet. „Sonst können wir die Stadt abschließen und es passiert gar nichts mehr“, sagte Lars Winter. Und so müsse auch ein Hundeauslaufplatz in Kauf genommen werden, um Gemeinschaft in Plön zu gewährleisten.

„Wir müssen damit leben, dass Sie unzufrieden sind“, stand Thorsten Pfau (SPD) mit Blick auf die Kritiker des Hundeplatzes „seinem“ Bürgermeister zur Seite. André Jagusch (CDU) räumte ein, dass der Bau des Hundesplatzes zwar im Haushalt enthalten sei, aber der Ausschuss habe sich „nicht wirklich damit befasst“. Die Befassung wünsche er sich für die Zukunft. Rainer Dräger (FWG) erkannte mit dem verabschiedeten Haushalt einen „Freibrief für die Verwaltung“ und wünschte sich mehr Transparenz. Früher seien Vorlagen im Ausschuss erst diskutiert und dann in den Haushalt eingestellt worden.

Doch Bürgermeister Lars Winter ließ sich auch hier nicht erweichen: „Das Vorhaben Hundeplatz ist beraten, angesprochen und erläutert worden. Es steht sogar eindeutig im städtischen Haushalt.“ Allerdings könne bei den Haushaltsberatungen auch nicht jeder einzelne Punkt erläutert werden. Dennoch sei jede Seite des Haushaltes einzeln durchgegangen worden. Ausschüsse und Ratsversammlung seien für die Strategie und die Formulierung der Ziele verantwortlich, der Bürgermeister für die Umsetzung. Und dass es keine Vorlage gab, begründete Winter mit neuer Verwaltungseffizienz. So versprach Lars Winter der Selbstverwaltung „mehr Kommunikation“.

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