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Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 21:54 Uhr

„Kurz, knapp und mit klarer Kante“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Haus des Gastes: Bürgerinitiative stimmt Pläne für neues Bürgerbegehren gegen Abriss ab / Anzeige gegen Bürgermeister diskutiert

shz.de von
erstellt am 12.Jun.2016 | 17:07 Uhr

Die Bürgerinitiative (BI) zum Erhalt des Haus des Gastes bringt sich in Stellung: Am vergangenen Freitagabend trafen sich rund 30 Eutiner, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Ziel ist ein neuer Bürgerentscheid.
Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Diesen war die Initiative bereits 2014 gegangen, als sie erfolgreich zunächst ein Bürgerbegehren und nachfolgend den -entscheid organisierten. Bis Februar 2017 gilt noch die Zweijahresfrist des letzten Bürgerentscheids, demnach das Haus des Gastes nicht abgerissen werden darf. „Die Zeit drängt. Wir müssen versuchen, schnellstmöglich das Begehren auf den Weg zu bringen“, sagte Malte Tech (kl. Foto), neben dem kürzlich verstorbenen Eckhard Ahrens langjähriger Kämpfer für den Erhalt des Gebäudes an der Stadtbucht. Die Zeit dränge doppelt, rechnete Tech vor, da die Stadt inzwischen mit der geplanten Sanierung der Schlossterrassen ein neues Investitionsfeld eröffnet habe, somit argumentieren könne, dass nicht genügend Finanzmittel für das Haus des Gastes bereit stehen. Und: „Die Stadt hat 46 Millionen Euro Schulden. Wenn erst die LGS abgerechnet wird, dann wird dieser Berg noch weiter ansteigen.“

Tech rechnete den Anwesenden weiterhin vor, dass mindestens 1312 Unterschriften gesammelt werden müssen, um einen Bürgerentscheid zu erreichen. Dieser benötige mindestens 2624 Stimmen, um erfolgreich zu sein. Neben Tech wurden in der Versammlung Ulrike Wörle und Sigrid Jürs einstimmig (bei eigenen Enthaltungen) als Vertreter der BI gewählt. Sie sollen jetzt die nötigen Abstimmungen mit der Stadt und der Kommunalaufsicht übernehmen, die Unterschriftensammlung koordinieren.

Zu längerer Diskussion führte die Formulierung des Textes für das Bürgerbegehren. Insbesondere der Umstand, welche Teile des Hauses – nur das Kerngebäude oder inklusive des Anbaus – erhalten bleiben sollen. Die BI zielt weiterhin auf eine Sanierung des Gebäudes ab. Tech rief dazu die bereits 2014 geplanten Zahlen in Erinnerung. Demnach rechnete man damals mit rund 500  000 Euro. Die Stadt hingegen kalkulierte mit 670  000 Euro.

Beim Text einigten sich die Anwesenden darauf, dass „kurz, knapp und mit klarer Kante“ formuliert werden soll. Im Text, der im Detail noch ausgearbeitet werden soll, wurde einstimmig beschlossen, dass er die Begriffe „erhalten“, „sanieren“ und „nutzen“ enthalten müsse – nicht jedoch zu viele Details, „um genügend Menschen für die Sache zu begeistern“, sagte einer der Mitstreiter.

Wenig Anklang fand wiederum der Vorschlag Techs, den Bürgermeister wegen Sachbeschädigung anzuzeigen. Im Zuge der Landesgartenschau hatte die Stadt die Brunnen vor dem Gebäude abgerissen, dort einen Gastro-Pavillion aufgestellt. „Dafür hat es keinen Beschluss gegeben“, sagte Tech. Doch die Mehrheit der Anwesenden zeigte sich skeptisch ob der Durchführbarkeit eines Strafverfahrens.

Vorbereitet wurden die Anwesenden auf den „Häuserkampf“ – das Unterschriftensammeln. Als „Munition“ sollen Argumente gegen den geplanten Hotelbau auf dem Gelände des Haus des Gastes und für die Belange des Denkmalschutzes sowie der Nutzbarmachung für kleinere Veranstaltungen dienen.

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