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Holocaust-Gedenktag Schloss Plön : Kunst und Geschichte verbunden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schüler des Gymnasiums Schloss Plön eröffneten gestern eine Ausstellung zum Holocaust / Heute Lesung mit Dr. Wolfgang Ram

von
erstellt am 28.Jan.2016 | 14:18 Uhr

Den internationalen Holocaust-Gedenktag nahmen die Schüler des Gymnasiums Schloss Plön zum Anlass einer Ausstellung. Grundlage war eine Projektwoche vom 11. bis 15. Januar. Es galt, sich dem Thema NS-Terror und Holocaust mit Mitteln der Kunst zu nähern.

Schuldirektorin Anne Paulsen zeigte sich gestern begeistert, wie sich die Schüler über die Fächer Kunst und Geschichte dem Thema angenähert haben: „Wir wollen mit dieser Ausstellung den Holocaust-Gedenktag würdig begehen und haben dafür den Charakter einer Ausstellung gewählt“, begrüßte sie viele Schüler und einige Gäste.

„Wir haben uns zunächst mit historischen Denkmälern sowie mit den Werken und Installationen anderer beschäftigt“, sagte der Schüler Jananes Menze aus Ascheberg zur Eröffnung. Inspiriert dadurch seien eigene kleine Arbeiten entstanden. Und während ihrer Arbeit hätten sich die Schüler immer wieder fragen müssen, „wie man das letztlich kaum Sagbare zum Ausdruck bringen kann“. Wie weit dürften Abstraktion und Provokation im künstlerischen Bereich gehen, wenn man sich mit einem derart sensiblen Problemfeld beschäftigt.

Die 18-jährige Pia Lochmann aus Ascheberg widmete sich dem Thema auf ihre Weise: „Ich will mit wenig Material viel zum Ausdruck bringen.“ Auf einem flachen Stein mit Stacheldraht symbolisiert sie Grenzen. Grenzen die überschritten wurden, deren Übergänge aber auch verschwimmen.

Die Schüler befassten sich aber auch damit, wie sich andere Künstler dem Thema annäherten. „Wer Auschwitz als Lego-Bausatz ins Kinderzimmer holt, will zweifellos provozieren“, sagte Jannes Menze. Künstlerisch gehe es letztlich darum, Menschlichkeit und Menschenwürde im Blick zu behalten. „Die Beschäftigung mit Auschwitz führt auf diese Weise direkt in unsere eigene Gegenwart zurück“, sagte der Schüler.

Die Schüler zeigen mit ihren Werken, die übrigens heute und morgen Vormittag in der alten Aula der Schule zu sehen sind, wie leicht sich der Schleier des Vergessens über die Erinnerung legt. In einem Sandkasten können Teile der Erinnerung freigelegt werden. „Was davon sichtbar wird, ist der Veränderung unterworfen“, sagte Jannes Menze.

Der Holocaust sei zweifellos nicht nur ein deutscher, sondern europäischer, ja globaler „Erinnerungsort“. Überall in der Welt werde an diesen Tag erinnert. So bemühen sich künstlerisch gestaltete Geldscheine um Identitätsstiftung. Mit der Ausstellung wollen die Schüler provozieren. Das ist ihnen gelungen.

Zum „Holocaust-Gedenktag“ findet am heutigen Donnerstag, 28. Januar, ab 9.30 Uhr eine Lesung am Gymnasium Schloss Plön statt. Zu Gast ist der Kieler Kinderarzt und Buchautor Dr. Wolfgang Ram. Er stellt in der „Alten Aula“ seinen Jugendroman „Feuermal“ vor. Darin erinnert er auch an das Schicksal der jüdischen Kinder Lissy und Kurt Asser, die 1942 aus Deutschland deportiert und später von den Nationalsozialisten ermordet worden sind.  

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