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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 16:45 Uhr

Kuhnke in neuen Händen

vom

Das niederländische Unternehmen Kendrion übernimmt die traditionsreiche Malenter Technologiefirma

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Malente | Es ist ein Paukenschlag in der Geschichte der Firma Kuhnke: Das niederländische Unternehmen Kendrion übernimmt den 1928 in Kiel gegründeten und seit 1944 in Malente beheimateten Technologie-Zulieferer. "Zu diesem Zweck erwirbt Kendrion die Stammaktien und die Vorzugsaktien der Kuhnke AG", erklärten Kuhnke-Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Setzer und Vorstandsmitglied Gerd Klindt gestern Vormittag in einer Pressemitteilung.

Zeitgleich veröffentlichte Kendrion in den Niederlanden die für den Aktienkurs relevante Nachricht über die Kuhnke-Akquisition. Demnach beteiligen sich die Stammaktionäre der Kuhnke AG durch den Erwerb von Kendrion-Aktien an der niederländischen börsennotierten Firma, weshalb in der Pressemitteilung von einer Zusammenführung der beiden Unternehmen die Rede ist.

Die Aktien der Kuhnke AG werden bisher zu 87 Prozent von der Gründerfamilie und zu 13 Prozent vom Vorstand gehalten. Alle bisherigen Kuhnke-Aktionäre sollen gemäß der am Montag getroffenen Vereinbarung auch Kendrion-Aktionäre werden.

Setzer und Klindt werden ihre Vorstandsämter zum 13. Mai niederlegen. Ebenso treten die meisten Mitglieder des Kuhnke-Aufsichtsrates zurück; geplant ist aber, dass dessen Vorsitzender Michael Kirchner bei Kendrion neu in den Aufsichtsrat kommt. Dr. Oliver Hafner, der erst seit kurzem im Unternehmen ist, und Ronny Splettstößer werden in Malente die Geschäfte übernehmen.

"Wir glauben, die Kombination mit Kendrion liefert die Basis für weiteres Wachstum in einer stark globalisierten Wirtschaft", erklärte Setzer, der vor knapp zehn Jahren bei Kuhnke das Ruder übernommen und die Firma aus wirtschaftlich sehr schwierigem Fahrwasser geführt hatte. Gemeinsam mit Kendrion erwarte Kuhnke, seine Hauptmärkte noch besser bedienen zu können.

Kuhnke beschäftigt derzeit etwa 500 Mitarbeiter in Malente und weitere 560 Mitarbeiter im rumänischen Sibiu. Mit dem Zusammenschluss verbunden ist eine Bestandsgarantie für beide Standorte. Sie sollen für mindestens zwei Jahre erhalten und bei Bedarf ausgebaut werden, teilte Kuhnke mit. Ebenfalls erhalten bleiben solle die erste Ebene des Kuhnke-Managements.

Weitere Details sollen heute in einer Pressekonferenz in Malente bekannt gegeben werden. Zugleich sollen heute die Belegschaften der verschiedenen Kuhnke-Firmen in mehreren Versammlungen vom Vorstand über die Entwicklung informiert werden. Bereits gestern wurde über Aushänge in den Betriebsgebäuden die Zusammenführung mit Kendrion publiziert.

Silke Mann, Vorsitzende des neu gewählten Betriebsrats bei Kuhnke Automotive, wertete den Einstieg von Kendrion positiv. "Wir begrüßen diese Fusion und sehen darin große Chancen für unser Unternehmen. Es soll am Standort Malente weiter investiert werden", sagte sie dem OHA.

Landrat Reinhard Sager zollte "der unternehmerischen Entscheidung" seinen Respekt und betonte: "Unser Hauptinteresse gilt der Sicherung der Wirtschaftskraft sowie möglichst vieler qualifizierter Arbeitsplätze am Standort Malente."

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