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Ostholsteiner Anzeiger

20. Oktober 2017 | 00:34 Uhr

Kündigungen bei Kuhnke

vom

Der Technologie-Zulieferer rationalisiert - 33 Arbeitsplätze sollen Ende 2013 in Malente wegfallen

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Malente | Als der Malenter Technologie-Zulieferer Kuhnke vor rund neun Jahren Mitarbeitern kündigte, war die Firma wirtschaftlich angeschlagen. Seit drei Monaten gehört Kuhnke nun zum niederländischen Kendrion-Konzern, und obwohl der Malenter Neuerwerb wirtschaftlich längst ziemlich gut dasteht, sind die neuen Eigentümer schnell dabei, die Betriebsabläufe zu rationalisieren. Für 33 von gut 500 Mitarbeitern am Malenter Standort werde das den Verlust des Arbeitsplatzes bedeuten, erklärte Vorstandschef Dr. Oliver Hafner gestern auf OHA-Anfrage.

Die Entlassungen betreffen ausschließlich die Gruppe der etwa 100 Mitarbeiter der Kuhnke Support GmbH & Co. KG. "Die Mitarbeiter der Bereiche Gebäudereinigung, Pförtner und Empfang werden ihre Arbeitsplätze verlieren", sagte Hafner. Weitere Arbeitsplätze gingen durch Leistungsverdichtung oder Verzicht auf Leistungen verloren.

Hintergrund des Arbeitsplatzabbaus ist die Auflösung von Kuhnke Support, die für die beiden Standbeine Industrieautomatisierung (Kuhnke Automation) und Automobiltechnik (Kuhnke Automotiv) bislang Dienstleistungen erbringt. "Die Überlegung, ,Support aufzulösen, ist eine alte Sache", sagte Hafner. Dies sei im Rahmen des Kuhnke-Verkaufs besprochen worden. Auch Überlegungen, Dienstleistungen im Bereich des Gebäudemanagements auszulagern, habe es schon früher gegeben. Diesen Gedanken habe man nun wieder aufgegriffen. Hafner schätzt, dass bei anderen Unternehmen nun 18 neue Arbeitsplätze entstehen werden, um die entsprechenden Dienstleistungen bei der Kuhnke AG zu erbringen.

Die betroffenen Dienstleistungen gehörten nicht zur Kernkompetenz von Kuhnke, begründete Hafner den Schritt. "Andere Firmen können das sehr viel günstiger machen." Bei der Bewertung der Organisation und Abläufe im Unternehmen habe sich gezeigt, dass ein überdurchschnittlicher Umfang an indirekten und administrativen Tätigkeiten die Kosten der Kuhnke-Produkte belaste. Die Entscheidung diene damit der Wettbewerbsfähigkeit von Kuhnke.

"Wir wollen einen Teil der Mitarbeiter übernehmen zu genau den gleichen Bedingungen", betonte Hafner. "Es wird keine Schlechterstellungen geben." Um ihren Job zu behalten, müssen sich die Mitarbeiter nun allerdings auf entsprechende Stellenausschreibungen innerhalb der Kuhnke AG bewerben. Das betrifft Mitarbeiter aus den Bereichen Buchhaltung, Controlling, IT, Personalabteilung, Weiterbildung, Kantine und Kuhnke-Handwerker.

Gesamtbetriebsratschef Claus Puknus wollte sich gestern zu den angekündigten Entlassungen nicht äußern - noch nicht. Sein Tonfall verriet allerdings, dass der Optimismus, mit dem er dem Kuhnke-Verkauf vor drei Monaten beurteilte, einen Dämpfer erhalten hat.

Gestern informierte die Geschäftsführung die "Support"-Mitarbeiter bei einer Betriebsversammlung. Die Belegschaft habe die Entscheidung "mit Betroffenheit und Enttäuschung, aber sehr diszipliniert aufgenommen", sagte Hafner. "Das sind 33 Einzelschicksale, da machen wir uns nichts vor." Nach Ablauf der Urlaubszeit Ende August seien intensive Beratungen mit dem Betriebsrat geplant, um "für alle Seiten verträgliche Lösungen zu finden".

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