Zu Besuch : Kubicki entdeckt die Liebe zu Eutin

Marktbeschicker Axel Münster beriet  FDP-Fraktionschef  Wolfgang Kubicki, der von seinen Eutiner Parteifreunden Margret Möller und Jens-Uwe Dankert begleitet wurde, bei der Wahl eines Obstbrandes.
Marktbeschicker Axel Münster beriet FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki, der von seinen Eutiner Parteifreunden Margret Möller und Jens-Uwe Dankert begleitet wurde, bei der Wahl eines Obstbrandes.

Ein friedvoller Chef der FDP-Landtagsfraktion sieht eine positive Zukunft für die Festspiele und zerstreut Sorgen der Landesbibliothek.

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04. August 2011, 12:42 Uhr

eutin | Keine bösen Worte über Parteifreunde, keine echten Spitzen gegen die eigene Regierung: In Eutin präsentierte sich gestern ein ungewohnt friedvoller Wolfgang Kubicki. Der Boss der FDP-Landtagsfraktion sah sich selbst vom "unheimlichen Charme" der alten Residenzstadt überrascht.

"Ich verstehe gar nicht, warum ich an Eutin meistens nur vorbeigefahren bin. Der Markt, das Schloss, die Innenstadt, das bietet genau die Erlebnisqualität, die viele Menschen suchen", schwärmte der Chef-Liberale. Er kam auf Einladung des FDP-Abgeordneten Jens-Uwe Dankert zu einem Besuch in die Kreisstadt. Stationen hier waren ein Gespräch mit Bürgermeister Schulz im Rathaus, Besichtigungen der Landesbibliothek, des Schlosses und der Opernscheune sowie ein Treffen mit dem Vorstand der Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE). Zum Auftakt hatte Kubicki zudem die Firma Julius Koch in Kreuzfeld besucht, die dort ihr 50-jähriges Bestehen feiert.

Als Ergebnis seiner Informationsgespräche äußerte sich Kubicki optimistisch über die Zukunft der neu formierten Eutiner Festspiele. Wörtlich: "Wenn das wirtschaftliche Konzept für 2011 so aufgeht, wie es derzeit aussieht, dann werden sie vom Land weiter bezuschusst. Eventuell ist sogar noch mehr drin als die jetzige Förderung von 85 000 Euro. Wenn das neue Konzept allerdings doch nicht funktioniert, dann ist es zu Ende mit den Festspielen." Der FDP-Politiker zog im gleichen Atemzug seinen Hut vor den Anstrengungen der WVE, die Oper am Leben zu erhalten. Dank verdienten aber auch die Landtagsabgeordneten Herlich Marie Todsen-Reese (CDU) und Jens-Uwe Dankert: "Wären sie nicht in Kiel aktiv geworden, gäbe es die Festspiele hier nicht mehr. Die Mittel sollten schon ganz gestrichen werden."

Auf einem guten Weg sieht Kubicki auch die Offensive der Schloss-Geschäftsführerin Dr. Juliane Moser für mehr Besucher und Einnahmen: "Das ist sehr beeindruckend." Und die Landesbibliothek, die sich in ihrem Wirken durch einen Gesetzentwurf des SSW bedroht sieht, müsse sich keine Sorgen mehr machen: "Der Zuschuss des Landes bleibt unangetastet."

Seinen persönlichen Einsatz versprach Kubicki zudem für eine "vernünftige Lösung" der Probleme, die es mit der Denkmalpflege bei der Neuansiedlung einer Jugendherberge nahe des ehemaligen Bauhofs an der Oldenburger Landstraße gibt. Den Vorschlag des Eutiner Bauamtsleiters Bernd Rubelt, die neue Jugendherberge als Pendant zur Opernscheune direkt auf dem alten Bauhof zu errichten, fand Kubickis Fürsprache. Er sehe diese Konzeption als nützlich auch für die weitere Entwicklung im Schlossbereich an und werde entsprechend bei Kulturminister Ekkehard Klug einlassen. Und dann rutschte dem FDP-Strahlemann doch noch ein Spruch Marke Kubicki in Richtung Denkmalpflege raus: "Wer dieses gelb geklinkerte Wohnhaus neueren Stils da genehmigt hat, der müsste auf die Ohren bekommen."

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