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Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 06:55 Uhr

Haus des Gastes : Kritik am Abrissplan

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürgergemeinschaft moniert die fehlende Folgenutzung und betont die „bemerkenswerte Architektur“.

von
erstellt am 08.Aug.2014 | 11:07 Uhr

Die Unterschriftensammlung gegen den geplanten Abriss des Haus des Gastes wächst. Zu Wochenbeginn hat Eckhard Ahrens, Mitbegründer der Protestbewegung, weitere Listen im Rathaus an Bürgervorsteher Dieter Holst übergeben. Rund 500 Personen haben sich bereits gegen den Abriss ausgesprochen – gestern schloss sich auch die Bürgergemeinschaft Eutin den Kritikern an.

„Es gibt bis heute keine tragfähige neue Lösung für das Grundstück. Warum will man ein Gebäude abreißen und den Gästen zur Landesgartenschau als Ersatz fliegende Bauten und Container anbieten?“ sagte die Sprecherin der Bürgergemeinschaft, Regine Jepp, in Richtung der Stadtvertreter. Die hatten im Frühjahr politisch den Abriss des 45 Jahre alten Gebäudes an der Stadtbucht beschlossen

Jepp weiter: „Ein Hausabriss sollte nicht in vorauseilendem Gehorsam betrieben werden. Wenn es kon-krete Pläne und einen vertrauenswürdigen Investor für einen Hotelbau an dieser Stelle gibt, ist immer noch Zeit für einen Abriss. Leider haben seriöse Finanziers für Hotelprojekte in der jüngeren Vergangenheit in Eutin nicht Schlange gestanden - möglicherweise auch ein Indiz dafür, dass ein Hotelbau an dieser Stelle nicht die erwünschte Dividende verspricht oder in der notwendigen Dimension städtebaulich nicht möglich ist.“

Die Sprecherin der Bürgergemeinschaft warnte vor einer möglichen Baulücke in exponierter Lage. Wörtlich: „Grundstücke, auf denen Häuser abgerissen worden sind, bilden in der Regel einen unschönen Anblick, davon kann sich jeder Eutiner am Voss-Platz überzeugen.“ Ähnlich hatte bereits der Architekt Udo Stücker, nach dessen Plänen 1969 das Haus des Gastes erbaut wurde, argumentiert. Im Gespräch mit dem OHA betonte er, dass er nicht aus Sentimentalität, sondern aus Sorge um eine ausbleibende Folgenutzung des Grundstücks den Abrissbeschluss für verfehlt halte. Er selbst sehe auch eine Neugestaltung der damals modernen, heute überholten Waschbeton-Fassade als notwendig an.

Unter Hinweis auf die Lobeshymnen, mit denen Stückers Bauwerk zur Eröffnung 1969 bedacht wurde, ermahnt Regine Jepp die Stadtvertreter zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit dem Gebäude. Wörtlich: „Leider wurde das Haus durch unpassende Anbauten verändert. Auch ließ die Bauunterhaltung in den letzten Jahrzehnten eklatant zu wünschen übrig. All´ das ändert aber nichts daran, dass es sich bei dem ,Haus des Gastes’ um eine bemerkenswerte Architektur handelt.“





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