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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 12:38 Uhr

Krippenplätze im Land reichen nicht

vom

Viele Kommunen erfüllen die Quote - aber häufig ist der Bedarf größer

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kiel | In Schleswig-Holsteins Kommunen hat das große Zittern begonnen. Ab August gilt der individuelle Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für unter Dreijährige. Kann eine Gemeinde die Betreuung nicht anbieten, können Eltern auf Schadensersatz klagen.

Seit 2006 wurden laut Deutschem Städtetag 300 000 neue Plätze für die ganz Kleinen geschaffen. Auch im Norden konnte der Ausbau mit einem finanziellen Kraftakt vorangetrieben werden. Seit 2006 wurden hier 13 000 zusätzlich Krippenplätze eingerichtet. Schleswig-Holstein hat damit die bundesweit höchsten Zuwächse geschafft.

Doch schon jetzt zeichnet sich ab: Nicht überall wird

die Zielvorgabe der Bundesregierung von 35 Krippenplätzen pro hundert Kinder ausreichen. "Vielerorts wird der Bedarf an Betreuung für unter Dreijährige deutlich höher liegen als 35 Prozent", befürchtet Jochen von Allwörden, Städteverbandschef in Kiel. Vor allem in urbanen Regionen sei damit zu rechnen, dass zwei von drei Kleinkindern außerfamiliär betreut werden sollen. So wünschten nach einer Umfrage der Stadt Norderstedt (Kreis Segeberg) 66 Prozent der Eltern von unter Dreijährigen einen Krippenplatz. Da helfe es kaum weiter, dass die Kommunen "zum großen Teil" die vom Gesetzgeber vorgegeben Quoten erfüllen, so Allwörden. Kiel zum Beispiel hatte schon Ende 2012 für 35,7 Prozent aller U3-Kinder einen Platz, der Kreis Pinneberg für 32 und im Kreis Segeberg waren es gut 30 Prozent - und überall wird weiter kräftig gebaut.

Trotz der erwarteten Lücke rechnet von Allwörden nicht mit einem Elternaufstand. "Klagen wird es nur in Einzelfällen geben", ist er sicher, zumal kein Anspruch auf einen Platz in einer speziellen "Wunschkita" bestehe.

Spannend werden die nächsten Wochen für die Kommunen auch deshalb, weil zahlreiche Eltern ihre Kinder in mehreren Krippen angemeldet haben - oft schon vor der Geburt. Ähnlich wie an den Unis wird es deshalb ein "Nachrückverfahren" geben. Erst dann sei klar, wie hoch der zusätzliche Personalbedarf für Krippenbetreuung sei.

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