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Eutin : Kriegs-Granate in der Stadtbucht gefunden

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der große Eutiner See wird planmäßig nach Munitionsresten abgesucht. Bisher erfordern die Funde keinen Baustopp.

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2015 | 04:00 Uhr

Seit vergangener Woche ist die Firma Eggers aus Hamburg auf der Suche nach Kampfmitteln im Großen Eutiner See – jetzt wurde neben Munitionsresten auch mindestens eine Handgranate gefunden.

Doch einen Baustellenstopp, wie auf Facebook spekuliert wurde, war nach Angaben von Christian Kamer von der LGS-GmbH nicht notwendig: „Wir haben lediglich den Sicherheitsbereich erweitert.“ Zusätzlich wurden schwere sandgefüllte Behälter an der Einsatzstelle des Kampfmittelräumtrupps im Halbkreis aufgestellt – als sogenannter Splitterschutz auch für die angrenzenden Grundstücke. Die Firma Eggers ist mit Tauchern, Feuerwerkern und einem Sprengmeister vor Ort. Pro Tag schaffen sie, zwischen 30 und 60 Quadratmeter zu sondieren, wie Bauingenieur Matthias Mitek sagte. Wie funktioniert so eine Sondierung unter Wasser? Als erstes ist die Einsatzfläche im Großen Eutiner See mit einem sogenannten Sondierungsboot abgefahren worden. Dabei wurde alles aufgezeichnet, was ein magnetisches Feld erzeugt, erklärte Mitek. Die Geophysiker der Firma erstellten daraus eine Karte, anhand derer die Untersuchungsstellen flächig oder punktuell ausgewiesen sind, die derzeit von den Experten vor Ort abgearbeitet werden. Mitek: „Wir gehen dabei mit einem großen Magneten vor, der in den Boden eingespühlt wird und dann alles anzieht, was metallisch ist.“ Wieder aus dem Wasser gezogen, wird dieser freigespült und gibt die Funde frei. „Bisher haben wir Munitions- und Waffenreste und eben auch mindestens eine Handgranate gefunden“, sagte Mitek. Die Funde werden, soweit nicht als gefährlich eingestuft, für eine Abholung durch den Kampfmittelräumdienst verwahrt, der sie in Felde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) auf seinem Gelände unschädlich macht. „Wo eine Granate ist, ist auch mit mehreren zu rechnen“, sagte Kamer. Aber von ernsthaften Bauverzögerungen gehe bisher keiner aus. Mitek: „Eine Gefahr geht von dem, was wir gefunden haben und was 60, 70 Jahre im Wasser lag, nicht mehr aus. Das wird aber in jedem Fall neu geprüft.“ Außerdem kontrollieren nach dem Magneten die Taucher den Boden noch einmal.

Einer von ihnen ist Roger Lupp. Er war gestern Vormittag erst hinter der Bebensundbrücke im Einsatz – nahe des geplanten Aktionsstrandes. „Da haben wir nichts gefunden“, sagte Lupp. Überhaupt sei bisher mehr Müll – etwa eine Schubkarre voll – gefunden worden als Kampfmittel.

Die Taucher arbeiten unter Wasser zum Freilegen von Gegenständen ebenfalls mit einem Wasserstrahl. Der Sprengmeister verfolgt die Arbeit der „Froschmänner“ über einer Kamera am Taucherhelm. Wie lang die Arbeiten dauern, hänge von den Funden ab.

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