Gemeinde Bad Malente-Gremsmühlen : Kreuzfeld braucht neues Gerätehaus

Wehrführer Andree Bendrich zeigt es an: Im jetzigen Gerätehaus müssen die Aktiven mit äußert wenig Platz auskommen.
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Wehrführer Andree Bendrich zeigt es an: Im jetzigen Gerätehaus müssen die Aktiven mit äußert wenig Platz auskommen.

Das aktuelle Gebäude ist viel zu klein. Der Neubau dürfte die Gemeinde rund 800 000 Euro kosten, doch die Standortfrage ist noch ungeklärt.

shz.de von
25. Januar 2015, 05:30 Uhr

Als 1995 das neue Gerätehaus der Kreuzfelder Wehr neben dem Dorfgemeinschaftshaus gebaut wurde, kam wohl niemandem in den Sinn, dass das Gebäude zwanzig Jahre später aus allen Nähten platzen würde. Als er 1997 in die Wehr eingetreten sei, habe es 14 Aktive gegeben, erinnert sich Wehrführer Andree Bendrich. Heute sind es 38 Feuerwehrleute, darunter sieben Frauen. Im Gerätehaus gibt es aber nur 34 Spinde, die außerdem ziemlich eng sind. Für mehr ist kein Platz.

Gleichzeitig ist der Aufgabenbereich der Kreuzfelder Wehr mittlerweile deutlich gewachsen. Sie rückt nun auch für Einsätze in Gremsmühlen aus, um die Ortswehr Bad Malente-Gremsmühlen zu unterstützen. Dafür ist bereits ein neues Fahrzeug geordert, das den gestiegenen Anforderungen gerecht wird. Im November soll das 296  000 Euro teure Löschfahrzeug voraussichtlich geliefert werden und das bisherige Fahrzeug ersetzen.

Wenn der bestellte 13-Tonner anstelle des bisherigen 7,5-Tonners in das Gerätehaus einzieht, wird dort noch weniger Platz sein als bisher. „Wir müssen unser Fahrzeug erst herausfahren, bevor wir uns umziehen“, berichtet Bendrich. Es ist einfach zu eng. So geht im Ernstfall unnötig Zeit verloren.

Für Bendrich, der auch stellvertretender Gemeindewehrführer ist, steht daher fest: Seine Wehr braucht ein neues Gerätehaus – ein Thema, das auch bei der Jahresversammlung der Wehr am Freitag, 30. Januar, ab 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus eine Rolle spielen dürfte.

Die Politik scheint die Problematik erkannt zu haben. Sie hat bereits Planungskosten von 8000 Euro in den Haushalt eingestellt. Bendrich plädiert unterdessen nicht nur für einen Neubau, sondern auch für einen neuen Standort. Der jetzige sei problematisch, weil sich anrückende und abfahrende Feuerwehrleute unfallträchtig auf engem Raum begegneten. Und auch der Spielplatz in unmittelbarer Nähe sei nicht optimal. „Wenn es nach mir ginge, wäre der neuen Standort ein Platz, zu dem alle gleich schnell kommen könnten“, sagt Bendrich. Dabei hat er drei Grundstücke im Visier.

Für Grundstückskauf und Neubau müsste die Gemeinde tief in die Tasche langen, die Rede ist von 800  000 Euro. Doch aus der Politik gibt es Rückendeckung. „Wir unterstützen den Neubau, weil er aus unserer Sicht erforderlich ist“, erklärt CDU-Fraktionschef Hans-Werner Salomon. Ginge es nach ihm, könnte die Wehr, wie gewünscht, 2016 ins neue Gerätehaus einziehen: „In meinen Augen wäre es zu schaffen.“ Das hänge aber auch davon ab, wie schnell ein neuer Standort gefunden werde.

Die SPD zeigt sich ebenfalls offen für einen Neubau. „Es wird uns nichts anderes übrig bleiben“, sagt Fraktionschef Jürgen Redepenning mit Blick auf die Platzverhältnisse im jetzigen Gerätehaus. Und wenn die Wehr gute Argumente für einen neuen Standort vorbringe, müsse man darüber nachdenken. „Da müssen wir uns auf die Feuerwehr verlassen.“

Wilfred Knop, zugleich Dorfvorsteher in Kreuzfeld als auch Malenter Finanzausschussvorsitzender und FDP-Fraktionschef, hält ein neues Gerätehaus ebenfalls für unumgänglich. „Es besteht kein Zweifel, dass wir einen Neubau brauchen.“ Das ergebe sich schon aus den Vorschriften der Feuerwehr-Unfallkasse. Als Standort schwebt ihm ein Grundstück in unmittelbarer Nähe des jetzigen Grundstücks vor.

Der Neubau solle kein Luxusbau werden, betont Wehrführer Bendrich. „Wir wollen einen Funktionsbau, nicht Stein auf Stein, sondern so ähnlich wie in Süsel.“ Goldene Wasserhähne werde es jedenfalls nicht geben.

Mit einem Neubau würde auch ein weiteres Problem gelöst: Der Schlauchwagen parkt derzeit noch im alten Gerätehaus rund 200 Meter vom Dorfgemeinschaftshaus entfernt. Das betagte Fahrzeug müsse 2017 ersetzt werden, weil es dann nicht mehr durch den TÜV komme, sagt Bendrich. Der Nachfolger werde nicht mehr in die alte Garage passen.

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