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Ostholsteiner Anzeiger

16. August 2017 | 20:06 Uhr

Kreutzfeldt sieht zu viel Bürokratie

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eutiner Gemeindewehrführer fordert Umkehr, “bevor die Freiwilligen das Handtuch werfen“ / Versammlung verabschiedet Wolfgang Mevs

Beförderungen, Ehrungen und Verabschiedungen standen im Mittelpunkt der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Eutin. Neben 76 Aktiven der Wehren aus Eutin, Neudorf und Fissau-Sibbersdorf besuchten auch zahlreiche Vertreter der Stadt sowie benachbarter Wehren die Veranstaltung, die in der Verabschiedung des Eutiner Wehrführers Wolfgang Mevs ihren Höhepunkt fand.

Bürgermeister Carsten Behnk unterstrich die gute Zusammenarbeit mit der Gemeindewehr und freute sich, dass es während seiner bisherigen Amtszeit noch keine dramatischen Vorfälle gab. „Ich hoffe, das bleibt auch so, denn Einsätze und Brandsätze habe ich in der Stadt genug“, sagte Behnk mit einem Augenzwinkern.

Breiten Raum nahm der Bericht des Gemeindewehrführers Heino Kreutzfeldt ein. Die Wehren haben derzeit 191 Mitglieder, wovon 126 in der Einsatzabteilung aktiv sind. Sie absolvierten im vergangenen Jahr 330 Einsätze. Gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr leisteten die Aktiven 36  343 Stunden für die Allgemeinheit – darunter auch etliche Aufwendungen für die Brandschutzerziehung. Bei 40 Veranstaltungen wurden 1178 Teilnehmer, davon 924 Kinder und Jugendliche, unterwiesen. Wie der Gemeindewehrführer weiter berichtete, waren die drei Ortswehren auch gesellschaftlich sehr aktiv und beteiligten sich an vielen Veranstaltungen. Kreutzfeldt fand aber kritische Worte in Richtung Landes- und Bundespolitik: „Letztlich haben es unsere Volksvertreter nach fast zweijähriger Diskussion im Rahmen der Änderung des Brandschutzgesetzes geschafft, den Feuerwehren die Eigenständigkeit ihrer Kameradschaftskassen zu nehmen und sie stattdessen mit zunehmenden Verwaltungsaufgaben zu befrachten.“ In all diesen Änderungen sehe er sich in seiner Vermutung bestärkt, dass es Kräfte in Politik und Verwaltung gebe, die sich trotz anders lautender Reden und Bekenntnisse immer weiter vom Ehrenamt und dessen freiwilligen Helfern entfernten. „Hier muss eine baldige Umkehr erfolgen, bevor die Freiwilligen das Handtuch werfen und es immer weniger Bereitschaft gibt, Führungsaufgaben zu übernehmen“, mahnte Kreutzfeldt eindringlich.

Zwei Beförderungen standen auf der Tagesordnung. So stieg der frischgewählte Wehrführer der Feuerwehr Eutin, Dietrich Asbach, zum Oberbrandmeister auf. Alexander Hoffmann von der Feuerwehr Neudorf wurde zum Feuerwehrmann ernannt. Das Dienstzeitabzeichen 20 Jahre erhietl Kai-Dietrich Klein von der Feuerwehr Eutin. Zudem erhielt Oberlöschmeister Armin Tamm (Fissau-Sibbersdorf) das Schleswig-Holsteinische Feuerwehrehrenkreuz in Bronze.

Gleich zwei verdiente Feuerwehrleute wurden verabschiedet. Timo Jurkschat legte das Amt des Jugendwartes nach zwölfjähriger Tätigkeit in andere Hände.

Viele gute Wünsche für die Zukunft und reichlich Geschenke nahm Wolfgang Mevs entgegen. Wie berichtet, gab er nach 34-jähriger Vorstandstätigkeit, davon über zehn Jahre als Eutiner Ortsehrführer, sein Amt ab und erhielt in einer launigen Laudatio von Heino Kreutzfeldt den mit viel Beifall begleiteten Dank aller Versammlungsteilnehmer.

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erstellt am 25.Feb.2017 | 15:48 Uhr

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