Kreisverwaltung wertet Attacke der SPD als „nicht nachvollziehbar“

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17. Juli 2015, 13:56 Uhr

Die SPD-Kreistagsfraktion sieht sich erneut schlecht von der Kreisverwaltung informiert, diesmal über die Einrichtung von Jugendberufsagenturen. Diesen Vorwurf erhob Fraktionschef Burkhard Klinke vor der Presse. Die Kreisverwaltung wies erneut seine Kritik als „nicht nachvollziehbar“ zurück.

Klinke wörtlich: „Die Fraktion ist schon erstaunt, wie die Kreisverwaltung im Vorwege Themen filtert und nur über Mitteilungen in die politischen Gremien einspeist.“ So sei die von der Landesregierung auf den Weg gebrachte Einrichtung von Jugendberufsagenturen zwar in einer regionalen Steuerungsgruppe mit der Kreishandwerkerschaft, IHK, DeHoGa, Berufsschulen und Schulrat, aber ohne Beteiligung des Fachausschusses thematisiert worden, mit der Empfehlung, die Einrichtung einer Berufsagentur in Ostholstein nicht zu verfolgen.

Dazu meldet die SPD jetzt Informationsbedarf an. Sie will in der nächsten Fachausschusssitzung einen Sachstandsbericht zu dem Thema haben. Klinke: „Anschließend wird dann die SPD eine Bewertung vornehmen, so wie es der Landkreistag vorbildlich praktiziert hat.“

Die Reaktion der Kreisverwaltung kam prompt: „Die Ausführungen können nicht nachvollzogen werden.“ Denn zur Sache habe die Verwaltung in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 12. Mai ausführlich mündlich berichtet. „Hintergrund ist, dass sich der Kreis in einer anderen Struktur, aber mit nahezu identischen Inhalten an einem EU-geförderten Projekt ,Jugend stärken im Quartier’ beteiligt. Über die Beteiligung ist seit über einem Jahr regelmäßig in verschiedenen Ausschüssen informiert worden.“

Bestärkt worden sei das Festhalten am EU-Projekt durch den Umstand, dass dabei für vier Jahre insgesamt 963  000 Euro eingesetzt werden können, ohne den Kreishaushalt zu belasten. Zur Förderung von Jugendberufsagenturen sollten dagegen in zwei Jahren insgesamt 40  000 Euro pro Kreis vom Land kommen, die in gleicher Höhe vom Kreis mit zu finanzieren wären. Eine Prüfung, ob beide Ansätze zusammengeführt werden können, sei aufgrund der teilweise divergierenden Vorgaben negativ ausgegangen. Deshalb hätten die Verwaltung, aber auch die notwendigen Projektpartner davon Abstand genommen. „Dieser Bewertung wurde im Jugendhilfeausschuss nicht widersprochen“, heißt es trocken aus dem Kreishaus.




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