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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 06:36 Uhr

Kreistag: Schnelles Netz für Schulen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mehrheit macht Weg frei für „digitale Klassenzimmer“/ Sechs Schulen sollen leistungsfähigeres Internet bekommen

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2015 | 16:13 Uhr

Für die Schulen in der Trägerschaft des Kreises Plön kann der Aufbruch in das digitale Zeitalter beginnen. Mit deutlicher Mehrheit stimmte der Kreistag am vergangenen Donnerstag einem Antrag der CDU zu, die kreiseigenen Schulen möglichst schon in den nächsten Monaten an das Glasfasernetz anzuschließen.

Ohne diesen Anschluss würde sich auch das von der Kooperation von SPD, Bündnis 90/Grüne und FWG gewünschte „digitale Klassenzimmer“ nicht realisieren lassen. Die Alternative wäre, auf ein Landesprogramm zu warten, das diesen Anschluss ermöglichen würde. Dabei ist es völlig offen, wann dieses – angedachte – Programm kommen wird. Die Rede ist vom Jahresende.

Vorausgegangen war eine zum Teil heftige und emotional geführte Debatte zwischen CDU/FDP auf der einen Seite und der Kooperation auf der anderen um das Für und Wider eines besseren digitalen Anschlusses der Schulen und der damit verbundenen Kosten. Aus den unerwarteten Zuschüssen des Finanzausgleichsgesetzes des Landes stehen dem Kreis rund 600  000 Euro zur Verfügung. Nach einem früheren Beschluss sollte ein Teil dieser Gelder in den ÖPNV gehen und eben ein Teil an die Schulen zur Realisierung des „digitalen Klassenzimmers“.

Während die Kooperation von SPD, Grünen und FWG in ihrem Antrag nur 101  000 Euro „zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur der Kreisschulen“ bereitstellen wollten und die Schulen selbst um Konzepte zur Nutzung und Handhabung von digitalen Medien als Voraussetzung aufgefordert werden sollten, wollte die Kreis-CDU einen „grundlegenden Schritt in Richtung digitaler Zukunft gehen.“ So der CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Kalinka. „Nur wenn der Anschluss an den Schulen stimmt, kann es in den Schulen funktionieren“.

„Das eine gibt keinen Sinn ohne das andere“, stellte auch Axel Hilker von den Grünen fest, aber: „Keine Breitbandanschlüsse um jeden Preis.“ Er plädierte dafür, lieber abzuwarten, bis in den Straßen vor den Schulen ohnehin ein Breitbandkabel liegt. Lutz Schlüsen, der Fraktionsvorsitzende der SPD, machte die Rechnung auf: je 15  700 Euro für die sechs in Frage kommenden Schulen für die nächsten drei Jahre. Da sei es doch besser, einfach noch ein halbes Jahr zu warten bis die ohnehin arbeitende Telekom Leitungsnetze schaffe. „Die Schulen können auch später an das schnelle Internet kommen.“ Schlünsen wörtlich: „Kein Schüler verblödet dadurch.“

Erst ein Netzausbau mit Glasfaser, dann das „digitale Klassenzimmer“ argumentierte Stefan Leyk von der CDU. Und Jürgen Kleinfeldt (CDU) machte deutlich, dass die Internetanbindung heute zu den Grundbedürfnissen gehört und so schnell wie möglich realisiert werden sollte. Ohnehin würden 50 MB per Kupferkabel für die Schulen nicht reichen. „Die einen möchten jetzt das Glasfaser realisieren, die anderen möchten abwarten, bis die Kommunen angeschlossen sind“, fasst Dr. Claus Thies von der UWG die immer neu aufflammende Debatte letztlich zusammen. Und als auch der Vertreter der Linken, Bernd Friedrich meinte, „Wir versuchen es, es wird unseren Schulen nicht schaden“, waren die Würfel praktisch gefallen.

Bei der Abstimmung zu später Stunde wurde der Antrag der Kooperation, die digitalen Infrastruktur der Schulen mit 101  000 Euro zu fördern ebenso angenommen wie mit 24 zu 18 Stimmen bei einer Enthaltung der Antrag der CDU. Ausschlaggebend war, dass sich auch die FDP, die UWG und der Linken-Vertreter für den CDU-Antrag ausgesprochen hatten. Danach sollen das Gymnasium Schloss Plön, das Friedrich – Schiller Gymnasium in Preetz, das Hoffmann-von-Fallersleben Schulzentrum Lütjenburg und die drei Standorte des Regionalen Berufsbildungszentrums ans Glasfasernetz mit bis zu 155 Mbit/s angeschlossen werden, auch wenn die Telekom derzeit nur bis zu 45 Mbit garantiert. Heikendorf ist davon ausgenommen, dort gibt es bereits einen leistungsfähigen Anschluss. Oder anders gesagt: Wir finanzieren den Gartenschlauch und den Rasensprenger aber nicht den Wasseranschluss“, wie es Tade Peetz (CDU) als Verfechter formulierte. Jetzt sollen die Schulen eben beides bekommen.




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