Grebin : Kreisplanung lässt noch auf sich warten

Hans-Jürg Buss und seine Lebensgefährtin Tina Benz haben sich viel vorgenommen. Allerdings könnte die Kreisplanung etwas zügiger werden.

Hans-Jürg Buss und seine Lebensgefährtin Tina Benz haben sich viel vorgenommen. Allerdings könnte die Kreisplanung etwas zügiger werden.

Mühlen-Areal: Genehmigungsprozess zieht sich hin: Investor Buss: „Wir sind bemüht, das Prokent zu Ende zu bringen.“

Avatar_shz von
30. Januar 2019, 14:26 Uhr

Grebin | An sich hatten die vielen Besucher der Gemeinderatssitzung am Dienstag in Grebin damit gerechnet, dass Bürgermeister Gerhard Manzke (CDU) endlich die endgültige Genehmigung für die Entwicklung des Mühlen-Areals im Ort verkünden würde. Diesen Eindruck zumindest vermittelte die Tagesordnung zu dieser Sitzung. Doch dann kam es – wieder einmal – ganz anders. „Wir werden heute nicht darüber entscheiden“, sagte Manzke gleich zu Beginn der Sitzung.

Üben sich in Geduld: Investor Hans-Jürg Buss (links) mit seinem Chef-Planer, dem Eutiner Architekten Manfred Benz.
Foto: Jörg Wihelmy
Üben sich in Geduld: Investor Hans-Jürg Buss (links) mit seinem Chef-Planer, dem Eutiner Architekten Manfred Benz.
 

Die Pläne waren bereits im August vergangenen Jahres fertig, berücksichtigten die bis dahin eingegangenen Änderungswünsche der Planungsbehörden. Doch nach einer Begehung meldete die Untere Naturschutzbehörde (UNB) ihr Veto an. Auf dem Mühlen-Areal seien besonders schützenswerte Pflanzen gefunden worden. So wurde das Ganze zu einem Biotop erklärt.

Ich bin guter Dinge, dass es noch einen schnellen Termin geben wird. Bürgermeister Gerhard Manzke (CDU)
 

Erneut mussten sich Planer, Investor Hans-Jürg Buss vom Gestüt Schierensee und die übergeordneten Gremien abstimmen und die Änderungen in die Planungen einbauen. Derzeit müssen die UNB und das Kreis-Planungsamt die Machbarkeit prüfen. „Ich bin guter Dinge, dass es noch einen schnellen Termin geben wird“, sagte Bürgermeister Manzke. Und: „Es ist schwierig durchzublicken, was die da wollen.“

Die Holländermühle Wagria in Grebin soll durch das Bauvorhaben eine neue Bedeutung gewinnen.
Michael Kuhr (Archiv)

Die Holländermühle Wagria in Grebin soll durch das Bauvorhaben eine neue Bedeutung gewinnen.

 

Konkret geht es um eine Idee des Investors und Besitzers vom angrenzenden Gestüt Schierensee, dem Schweizer Hans-Jürg Buss, das Mühlen-Areal zusammen mit seiner Lebenspartnerin Tina Benz touristisch aufzuwerten und in das „ErlebnisReich Gestüt Schierensee“ einzubinden. Dafür will Buss rund 1,5 Millionen Euro investieren. Deshalb hat er bereits die alte Mühle „Wagria“ von der Gemeinde gemietet. Sie ist über einen Wanderweg vom Gestüt her zu erreichen. Um die Mühle attraktiver zu machen, soll dort das alte herunter gekommene „Mühlencafé“ abgerissen und ein neues gebaut werden. Dazu sollen dort noch drei reetgedeckte Ferienwohnungen entstehen.

Die Idee entwickelten Buss und seine Partnerin bereits 2015, ein Jahr später gab es den ersten Plan. Doch der Genehmigungsprozess zog sich immer wieder in die Länge. Da wechselten die Bürgermeister in Grebin und die Zusammensetzung der Gemeindevertretung, dann kam der Denkmalschutz und die Plöner Natur- und Planungsbehörden mit immer wieder neuen Detailfragen, die abgearbeitet werden mussten.

Das alte Mühlcafé ist schon lange nicht mehr zu gebrauchen.
Michael Kuhr (Archiv)

Das alte Mühlcafé ist schon lange nicht mehr zu gebrauchen.

 

Drei Elemente beinhaltete das letztlich im August fertig gestellte und eingereichte Konzept: den Flächennutzungsplan, den Bebauungsplan und ein Nutzungskonzept. Auch mit dem Denkmalschutz konnte man sich verständigen. Doch der Kreis hatte erneut Vorbehalte. Daraufhin legte die Gemeinde drei Alternativen vor, von denen Buss einer sofort zugestimmt hat. Und das alles liegt nun beim Kreis.

„Ich denke, wir sind jetzt aber auf der Zielgeraden“, gibt sich Buss optimistisch. Er könne mit den gewünschten Änderungen leben und hofft, dass nun auch der Kreis und die Gemeindevertreter dies so akzeptieren können und wollen.

Auftraggeber ist die Gemeinde, die für das Mühlen-Areal eine B-Planänderung vornehmen muss. Investor Hans-Jürg Buss
 

Konkret geht es nach OHA-Informationen um die Ausweisung und Lage der Parkplätze, die abseits und nicht zentral an der Mühle sein sollen, um eine Ausgleichsfläche für das Biotop, Sanitäranlagen und eine Verschiebung der geplanten Ferienwohnungen mit entsprechenden Abständen zur Mühle. „Wir sind bemüht, das Projekt zu Ende zu bringen. Auftraggeber aber ist letztlich die Gemeinde, die für das Mühlen-Areal eine B-Planänderung vornehmen muss“, so der Investor.

Einen Lichtblick gibt es bereits. Seit dem letzten Frühjahr gibt es eine offizielle Gastro-Genehmigung, dass die Mühle nun als „Ersatz“-Café genutzt werden kann – nach der Winterpause wird das Café „To´n Windbüdel“ dann wieder seine Spezialität anbieten dürfen – eben frische Windbeutel.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen