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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 00:40 Uhr

Kreis überdenkt sein Busverkehr-Konzept

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vorbereitungen für bedarfsgerechte Neuausschreibung des Fahrtenangebotes

Knapp 10 Millionen Euro geben der Kreis und die Gemeinden in Ostholstein jährlich für den öffentlichen Personennahverkehr aus. Das ist zwar bei den Ausgaben landesweit Spitze, doch hält sich die allgemeine Zufriedenheit mit dem Nutzen in Grenzen. Deshalb will der Kreis jetzt das Fahrtenangebot mittelfristig neu ordnen.

Der auch in Eutin spürbare Warnstreik der Busfahrer gab der Beratung gestern im Planungsausschuss des Kreistages frische Brisanz. Hinzu tritt der Kostendruck: Rund 6 Millionen Euro buttert allein der Kreis jährlich in die ÖPNV-Finanzierung. Und: Mit 986 Euro pro Fahrschüler war die Schülerbeförderung in Ostholstein 2014 die mit Abstand teuerste im Land.

Horst Weppler, Planungschef in der Kreisverwaltung, begründete dies vage mit den regional „strukturellen Unterschieden“, plädierte aber auch nachdrücklich für eine gründliche Revision des noch bis 2022 vertraglich fixierten Angebotes. Bis zum Jahr 2019 sollten alle Wünsche für eine Neuausschreibung des Busverkehrs zwischen Puttgarden und Bad Schwartau fixiert sein, waren sich die Abgeordneten einig.

Als ersten Schritt dazu mahnte der Ausschussvorsitzende Jens Johannsen (Grüne) eine Bestandsaufnahme durch externen Sachverstand an. Man dürfe nicht in festgetretenen Bahnen denken, wenn es um ein neues Konzept gehe, sah er das von der Verwaltung vorgelegte Arbeitspapier „ÖPNV-Konzept 2020“ als voreilig an.

In dem ist allerdings von der Denkhilfe durch Gutachter ebenso die Rede wie von bedarfsgerechter Überarbeitung der Fahrpläne, Vorgaben zur Barrierefreiheit, flexible Ergänzungsangebote oder Verzahnung mit touristischen Nutzungen. Weppler wies vor allem auf in Rheinland-Pfalz bereits erprobte Möglichkeiten hin, den bürokratischen Aufwand für Bürgerbus-Modelle zu reduzieren. Eine Probelauf dafür in Malente sei so schon ab Ostern 2016 in Planung.

Konkret soll in dem Konzeptrahmen auch über eine Angleichung des Unterrichtsendes an den Eutiner Schulen gesprochen werden, damit die Abfahrtzeiten der Busse mittags besser koordiniert werden können. „Die Endzeiten der einzelnen Schulen haben sich auseinander entwickelt, das ist ein Problem“, so Weppler.

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erstellt am 07.Sep.2015 | 15:18 Uhr

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