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Vielleicht die Schill-Kaserne in Lütjenburg? : Kreis sucht Platz für Asylbewerber

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Neue Diskussion um leere Kasernen als Auffangstelle – Kreis Plön sieht die Stadt Lütjenburg noch „aktuell außen vor“

von
erstellt am 30.Aug.2014 | 18:50 Uhr

Die Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge in Schleswig-Holstein steigt fast täglich. Von Januar bis Juli kamen laut Innenministerium 3154 Asylbewerber ins Land. Hauptherkunftsländer sind Syrien und Afghanistan, aber auch Eritrea. Bis Jahresende rechnet das Ministerium mit 6500 neuen Asylbewerbern.

Damit geraten nicht nur das Land, sondern auch die Kommunen immer stärker unter Druck, diese Menschen unterzubringen. Denn die Erstaufnahmestelle in Neumünster ist hoffnungslos überbelegt. Weil nicht genug Wohnraum zur Verfügung steht, gibt es bereits wieder Überlegungen im Hinblick auf neue Gemeinschaftsunterkünfte wie im Kreis Plön oder auch die Nutzung leer stehender Kasernen wie in Lütjenburg oder in Kiel.

Die Schaffung neuer Unterkünfte will das Land deshalb mit zusätzlichen finanziellen Anreizen fördern. Rund 20 Millionen Euro als Darlehen für die Kommunen stehen vom kommenden Jahr an bereit.

Der Kreis Plön sucht seit geraumer Zeit nach einer geeigneten Unterkunft, ist aber bisher nicht fündig geworden. Die eingegangenen Ausschreibungen entsprachen nicht den Erwartungen des Kreises. Nach eigenen Angaben rechnet der Kreis derzeit mit der Zuweisung von 273 unterzubringenden Personen in diesem Jahr, von denen schon 183 da seien. Wahrscheinlich dürfte sich diese Zahl aber als Folge des Zustroms noch erhöhen.

Eine Überlegung dabei ist, als zentrale Erstaufnahmestelle des Kreises auch die leer stehende Schill-Kaserne in Lütjenburg zu nutzen. „Bei der Suche nach Möglichkeiten zur ergänzenden Erstaufnahme prüft das Land zurzeit auch ehemalige Bundeswehrliegenschaften“, bestätigte der Lütjenburger Bürgermeister Dirk Sohn. „Vor diesem Hintergrund kommt auch Lütjenburg mit der Schill-Kaserne in Betracht. Hierbei werden neben dem baulichen Zustand auch die Aktivierungsmöglichkeiten der Unterkunftsgebäude innerhalb der Kaserne überprüft.“ Besonders ist dabei laut Sohn der Umstand zu berücksichtigen, dass die gesamte Kaserne vom „Netz“ genommen wurde und dadurch nicht kurzfristig für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden kann. „Ferner dürfen die bereits angelaufenen Planungen für die zukünftige Nutzung von Teilflächen nicht beeinträchtigt werden.“

Sollte die Lütjenburger Kaserne – unter dem wachsenden Druck der steigenden Zahlen – dennoch in Frage kommen, muss es zu einem Abstimmungsprozess zwischen Stadt, Kreis und Land kommen. „Lütjenburg bekennt sich zu seiner Verpflichtung aus humanitären Gründen Flüchtlinge aus
Krisenregionen aufzunehmen. Dabei darf die Stadt jedoch nicht überfordert werden“, so Bürgermeister Dirk Sohn wörtlich.

Weitaus „offener“ gibt sich der Kreis Plön. „Es gilt jetzt erst einmal, die Beratungen im Ausschuss und dann im Kreistag abzuwarten, wie wir weiter verfahren könnten“, so Kreissprecher Björn Demmin. „Die Lütjenburger Kaserne spiele in den Überlegungen für eine Gemeinschaftsunterkunft des Kreises aktuell keine Rolle“.









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