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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 03:48 Uhr

Kreis stützt Projekt des Jobcenters

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Sozialausschuss des Kreistages befürwortet, die Schuldnerberatung für Langzeitarbeitslose mit insgesamt 75 000 Euro zu finanzieren

von
erstellt am 19.Nov.2015 | 00:32 Uhr

Sie sind ein häufiges Paar: lange Arbeitslosigkeit und hohe Verschuldung. Da ist es naheliegend, dass bei der Betreuung von Arbeitslosen die finanziellen Umstände der Betroffenen berücksichtigt werden, denn die Aussicht auf hohe Pfändungsraten auf ein Gehalt befördert bestimmt nicht die Lust zum Arbeiten.

Ein bürokratisches Manko: Das Jobcenter darf keine Schuldnerberatung finanzieren. Diese Aufgabe hat der Gesetzgeber den Kommunen vorbehalten.

Vor diesem Hintergrund ist der Beschluss zu sehen, der vom Sozialausschuss des Kreistages am Dienstag einstimmig gefällt wurde: Der Kreis soll in den kommenden drei Jahren mit jeweils 25  000 Euro die Kosten für eine Schuldnerberatung von Langzeitarbeitslosen übernehmen. Der Auftrag geht an die beiden Beratungsstellen, die es in Ostholstein gibt: in Eutin und in Neustadt.

Der mögliche Teilnehmerkreis steht fest: Das Jobcenter Ostholstein hat beim Förderprogramm des Bundes „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ eine Bewilligung für 125 Personen erhalten. Mit dem Geld aus Berlin sollen vor allem „sehr arbeitsmarktferne Personen“ gefördert werden, die länger als vier Jahre zu den Kunden des Jobcenters zählen und zusätzlich gesundheitliche Einschränkungen aufweisen, wie es in der Verwaltungsvorlage heißt. Bei diesem Personenkreis stünden meisten vielfältige Hemmnisse einer Rückkehr auf den Arbeitsmarkt entgegen. Voraussetzung für die Bundesförderung seien daher besondere Aktivitäten des Jobcenters, darunter ein ausführliches Profiling und eine intensive Betreuung und Vermittlung.

Neben gesundheitlichen Einschränkungen stehe nach den Feststellungen des Jobcenters häufig auch ein privater Schuldenberg der Arbeitsmarktintegration entgegen. Solchen Personen soll mit dem vom Kreis bereitgestellten Geld geholfen werden.

Die Zusammenarbeit zwischen Jobcenter und Schuldnerberatungsstellen ist jung, aber nicht ganz neu: Die Berater bieten bereits in allen Geschäftsstellen des Jobcenters regelmäßige Sprechstunden an. „Kurze Wege sollen die Kommunikation und damit die zielgerichtete Beratung in den Einzelfällen verbessern. Zwischenzeitlich ist dies überall umgesetzt und wird durchweg positiv bewertet“, urteilt der Fachdienstleiter des Kreises, Dr. Matthias Badenhop.

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