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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 20:55 Uhr

Kreis setzt sich Klimaziele

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Breite Mehrheit des Kreistages beschließt 200 Seiten dickes Konzept zur Reduzierung von Treinhausgasen

shz.de von
erstellt am 15.Mär.2016 | 15:00 Uhr

Mit großer Mehrheit bei nur zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen aus dem Lager der Wählergemeinschaften hat gestern der ostholsteinische Kreistag ein Klimaschutzkonzept beschlossen. Landrat Reinhard Sager begrüßte das 200 Seiten dicke Papier als Handlungsanweisung für die Verwaltung, und er merkte dankbar an, dass der Anstoß zu diesem Konzept aus dem Kreistag gekommen sei. Hilbert Neumann (SPD) sprach von einem „hervorragenden Papier“.

Dessen Ziel ist die Reduzierung der Treibhausgase. Das Konzept konzentriere sich darauf, was der Kreis auch leisten und beeinflussen könne, sagte der Landrat. Verzichtet worden sei auch, den Kommunen etwas überzustülpen.

Nach dem Start im vergangenen Jahr sei in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren ein Aktionsplan entwickelt worden. Projektansätze wurden in fünf Workshops zu Tourismus, Mobilität, Flächenmanagement, private Haushalte und Wirtschaft formuliert. Insgesamt 51 Maßnahmen in sieben Handlungsfeldern enthält der Katalog, der in den kommenden Jahren mit Hilfe eines Klimaschutzmanagers in Zusammenarbeit mit den Akteuren umgesetzt werden soll.

Der Landrat erinnerte daran, dass der Kreis bereits mit der energetischen Sanierung seiner Liegenschaften wie Kreisverwaltung und Schulen für den Klimaschutz investiert habe. Auch der Einsatz von kleineren Autos im Busverkehr und Fahrten nach Bedarf (Anrufbus) sei ein richtiger Schritt. Potenzial ergebe sich auch noch durch die Förderung der Elektromobilität.

Wie es in einem Papier der Verwaltung heißt, war für das Klimaschutzkonzept eine Energie- und CO2-Bilanz für den Kreis erstellt worden. Danach wurden im Jahr 2013 in Ostholstein 5  749 Gigawattstunden Energie (Strom, Brennstoffe und Kraftstoffe) verbraucht, daraus resultierten 1,84 Millionen Tonnen an Treibhausgasen, pro Einwohner des Kreises 9,3 Tonnen und damit etwas weniger als im Bundesschnitt.

Im Konzept sind eine Reihe von Klimaschutzzielen formuliert, dabei sollen die Emissionen bis 2030 um 30 Prozent und bis 2050 um 85 Prozent reduziert werden – gemessen am Jahr 2013. Die Bundesziele orientieren sich am Jahr 1990.

Dafür soll die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien gesteigert werden; in Ostholstein wird 40 Prozent mehr erneuerbarer Energie erzeugt als im Kreis verbraucht. Im Bereich der Wärmeerzeugung sind, wie es hieß, die erneuerbaren Energien mit nur sieben Prozent des Wärmebedarfs unterdurchschnittlich und sollen bis 2030 auf 15 Prozent und bis 2050 auf 30 Prozent gesteigert werden.

Malte Tech (Freie Wähler) hatte erfolglos beantragt, die Verabschiedung des Konzeptes zu vertagen, da die Zeit für ihn nicht gerecht habe, die 200 Seiten zu lesen. Dafür erntete er von CDU, Grünen und SPD den Hinweis, dass die Freien Wähler die Möglichkeit zur Mitarbeit nicht genutzt hätten. Martin Kienitz („Unabhängig für Ostholstein“) lehnte das Konzept ab, weil es den Treibhauseffekt, den der zusätzlich durch den geplanten Belttunnel rollende Verkehr erzeugen werde, ignoriere.

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