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Ostholsteiner Anzeiger

18. November 2017 | 18:53 Uhr

Kreis prüft – während Eutin schiebt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Dürfen Radler entgegen der Einbahnstraße fahren? Kreis Ostholstein prüft derzeit Antrag des ADFC / Bauausschuss hat Thema vertagt

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2017 | 00:46 Uhr

Dass Eutin fahrradfreundlicher werden will, scheint aus Sicht der Grünen nach der letzten Diskussionsrunde im Bauausschuss am Mittwochabend nur noch ein Lippenbekenntnis vieler Stadtvertreter zu sein. Umso erfreulicher wird die Nachricht des Kreises Ostholstein für viele Radfahrer sein: Es liegt der zuständigen Verkehrsbehörde (Kreis Ostholstein) längst ein Antrag des ADFC vor, die Öffnung der Einbahnstraßen für Radfahrer in die Gegenrichtung zu prüfen. Kreissprecherin Carina Leonhardt bestätigte auf Nachfrage gestern: „Wir befinden uns derzeit im Anhörungsverfahren. Grundsätzlich fällt das aber in die Zuständigkeit des Kreises. Ein Beschluss der Stadt wäre, falls es ihn gibt, dazu nicht bindend.“

Eigentlich sollte im vergangenen Bauausschuss darüber abgestimmt werden, ob nun die Einbahnstraße in der Lübecker und der Stolbergstraße für den Fahrradverkehr auch in die Gegenrichtung geöffnet werden kann.

Doch anstelle einer Entscheidung gab es Gegenwind im städtischen Gremium und – mithilfe der Verwaltungsvorlage – den Vorschlag die Entscheidungen zu verschieben. „Wir sind für Fahrradfreundlichkeit, aber wir wollen ein Konzept, hierbei handelt es sich um Einzelmaßnahmen“, sagte Thomas Koebke (FWE). Klaus Kibbel (SPD) wurde deutlich: „Ich werde nichts beschließen, was den Pkw-Verkehr zu sehr einschränkt.“ Jackie Meyer (FDP) lobte die Arbeit der Fahrradinitiative, wollte dem Antrag aber auch nicht zustimmen und Kathrin Pitzner (CDU) toppte mit ihrer Forderung: „Bevor wir Einzelmaßnahmen ergreifen, muss das Konzept vorgestellt werden.“

Das Konzept ist ein ganzer Maßnahmenkatalog, um die Stadt Eutin in verschiedensten Bereichen Fahrradfreundlicher zu machen und für Radler den erlaubten Weg in die Stadt zu verbessern. Das Büro Urbanus, dass damit beauftragt war und zahlreiche Ideen der Fahrradinitiative aufgegriffen hatte, hatte bereits im April im Bauausschuss die Arbeit mit möglichen ersten Einzelmaßnahmen vorgestellt. „Das ist doch nichts Neues, wann beschließen wir denn?“, hieß es damals von Bernd Ditscher (CDU). Doch die Mehrheit wollte den umfangreichen Maßnahmenkatalog erst in den Fraktionen besprechen. „Es geht jetzt um die ersten Maßnahmen, die wir endlich umsetzen wollen, die andere Städte schon vor Jahrzehnten umgesetzt haben. Es wird immer ein Grund gefunden, um zu sagen, wann es nicht passt“, sagte Christiane Balzer (Grüne). Die Ausschussvorsitzende Monika Obieray (Grüne) wurde noch deutlicher: „Das ist reine Verhinderungspolitik, was sie hier machen. Die Einzelmaßnahmen stehen in keinem Konflikt mit dem Gesamtkonzept.“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Rachfahl zog sich auf den Standpunkt der Zuständigkeiten zurück: „In der Vorlage steht klar, dass der Stadtentwicklungsausschuss im Juni das Konzept voraussichtlich beschließen wird. Dem greife ich doch jetzt nicht vorweg.“

Die Anträge zur Öffnung der Einbahnstraßen in der Innenstadt für Radler sowie den Schutzstreifen in der Elisabeth- und in der Plöner Straße als oberste Priorität festzulegen, wurde mehrheitlich abgewiegelt – einzig die Grünen stimmten dafür. Obieray wagte nach dieser Diskussion keine Prognose für den Stadtentwicklungsausschuss. „Es ist nur traurig, wie engagierte Ehrenamtler jahrelang abgewiegelt werden“, sagte sie.

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