Kreis Plön überlegt eine Vorreiterrolle

Neue Software: Künftig könnten Kleinbusse ihre Routen dynamisch anpassen

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15. Januar 2015, 13:34 Uhr

Der Kreis Plön könnte durch flexible Touren mit Kleinbussen weltweit eine Vorreiterrolle im Öffentlichen Personennahverkehr einnehmen. Und wenn die Geschäftsführer Thomas Brechtel von der Heikendorfer
Software-Schmiede „FLS“, Friedrich Scheffer von den Verkehrsbetrieben Kreis Plön und Uwe Hemens von der Wirtschaftsförderung des Kreises an einem Strang ziehen, sieht es gar nicht mal so schlecht aus.

Der Diplom-Mathematiker Thomas Brechtel stellte das Projekt vor. Danach könnten durch ein flexibles Rufsystem gesteuerte Kleinbusse durch den Kreis Plön fahren. Über Smartphone oder Internet können die Kleinbusse als Ergänzung zu den VKP-Bussen individuell bestellt werden. „Unsere Firma kann Fahrpläne in Echtzeit optimieren“, sagte Brechtel. Ist der Kleinbus mit Gästen von Lütjenburg aus auf den Weg nach Plön, dann könnten nach Anmeldungen noch Gäste flexibel zusteigen.

Starts und Ziele der Kleinbusse können beliebig sein. Und unterwegs können neue Fahrtwünsche in einen dynamischen Fahrplan zur Bildung von Sammelfahrten aufgenommen werden. „Und mit einer App kann der Kunde auf dem Smartphone den Bus auf dem Weg zu ihm verfolgen“, sagte Thomas Brechtel. Es entstünden variable Kosten durch einen bedarfsorientierten Einsatz der Kleinbusse.

Am Ende erwartet Brechtel die Bildung eines geschlossenen Systems mit den VKP. Für den Kreis Plön würden in einer Pilotphase vielleicht zehn Kleinbusse benötigt. Den Kostenrahmen schätzte der FLS-Geschäftsführer auf rund 300  000 Euro. Er wusste aber auch: „Eine Kostendeckung wird zu Anfang sehr schwer.“

Jürgen Kleinfeldt (CDU) hatte Angst um die Taxiunternehmen: „Die werden so mit den Steuergeldern kaputt gemacht“, schimpfte er. Fraktionskollege Simon Bussenius fand das System „phänomenal“ und „recht pfiffig“. VKP-Geschäftsführer Friedrich Scheffer sah es positiv, erkannte aber einen Knackpunkt: „Das alles kostet zusätzliches Geld.“ Außerdem dürfe ein vorhandenes Angebot nicht kannibalisiert werden.

Thomas Brechtel erkannte ein „Leuchtturmprojekt“ direkt vor der Haustür seiner Firma. Und so werden sich auf Vorschlag von Wilfried Zurstrassen (SPD) die „Dreifaltigkeit“ aus Scheffer, Brechtel und Hemens an eine Tisch setzen und die im Wirtschaftsausschuss entflammte Begeisterung mit Hilfe von EU-Fördergeldern konkretisieren. Mit dem Hinweis von Klaus Blöcker (CDU): „Das kann auch zur Neugründung eines Betriebes führen.“ Man müsse eben offen sein für neue Dinge.  

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