Kreis Ostholstein will ÖPNV-Angebot ausbauen

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18. Dezember 2014, 15:07 Uhr

Der vom ostholsteinischen Kreistag einstimmig verabschiedete dritte Regionale Nahverkehrsplan für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hat die letzte Hürde genommen. Das Verkehrsministerium habe den Plan, mit dem der Kreis den Rahmen für die Weiterentwicklung des straßengebundenen ÖPNV für die nächsten fünf Jahre festlege, am Montag gebilligt, teilte Oscar Klose vom Fachdienst Regionale Planung im Umweltausschuss mit.

„Der vorliegende Entwurf ist das Ergebnis eines gut einein-halb Jahre dauernden Planungs- und Abstimmungsprozesses,
der vielen Erfordernissen und auch rechtlichen Anforderungen Rechnung trägt“, erklärte Landrat Reinhard Sager. Die Analyse zeige, dass das ÖPNV-Angebot im Kreisgebiet trotz schwieriger finanziellen Rahmenbedingungen im Großen und Ganzen zufriedenstellend sei. Es sei aber erforderlich, mit den Kommunen nach intelligenten Ansätzen zu suchen, um die ÖPNV-Infrastruktur noch zu verbessern.

Derzeit verfügten rund zwei Drittel aller Einwohner im Kreis Ostholstein über eine gute ÖPNV-Erschließung. Von einer guten Verbindungsqualität profitierten mehr als 80 Prozent aller Einwohner. Gemäß dem Dritten Regionalen Nahverkehrsplan sollen nun nachfragestarke Linien gestärkt und weiter ausgebaut werden. Auch die Feinerschließung in der Fläche könne durch bedarfsgestützte Verkehre, wie Anrufbusse oder Anruf-Linienfahrten (Alfa), verbessert werden. Der Bürgerbus Malente, der ab Ende 2015 fahren soll, könnte dazu einen Beitrag leisten. Bei den Fraktionsspitzen des Kreises sei das Projekt auf positive Resonanz gestoßen, erklärte Klose. Positive Impulse erhofft sich der Kreis vom Modellprojekt „Flexible Bedienformen im ÖPNV“, das mit der Metropolregion Hamburg in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden soll.

Seit der Aufstellung des Zweiten Regionalen Nahverkehrsplans 2004 sei der ÖPNV wie kaum ein anderer Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge in Bewegung. So hätten sich viele Rahmenbedingungen grundlegend geändert. Dazu gehörten schulpolitische Weichenstellungen, die vielerorts zu neuen Schülerströmen und zur Bestellung zusätzlicher Fahrplanleistungen geführt hätten. Der demografische Wandel erfordert außerdem eine stärkere Ausrichtung des ÖPNV an den Bedürfnissen älterer Menschen als bisher. Eine kritische Auseinandersetzung sei wiederum zu den Themen Inklusion und der Barrierefreiheit nötig, hier vor allem mit Blick auf die Fahrzeug- und Haltestelleninfrastruktur. Und nicht zuletzt werde auch die Schienenhinterland-Anbindung im Zuge des Baus der Festen Fehmarnbelt-Querung für weite Teile des Kreisgebiets eine grundlegende Anpassung des Busverkehrs mit sich bringen.

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