Kreis Ostholstein drängt auf Erdkabel

Appell an die Planfeststellungsbehörde: Alternative frühzeitig berücksichtigen

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04. August 2018, 21:12 Uhr

Mit Blick auf das bevorstehende Planfeststellungsverfahren für eine Stromtrasse von Lübeck nach Göhl hat der Kreis Ostholstein beim zuständigen Landesamt für eine Erdverkabelung geworben. Diese Alternative zu einer Freileitung sollte im Planverfahren berücksichtigt werden, mahnt Landrat Reinhard Sager (CDU).

Der Bedarf einer 380-kV-Leitung werde nicht bestritten. Statt der vom Land befürworteten Freileitung gebe es aber eine Erdkabellösung, die in der Fachliteratur als Minimaltrassen-Kabel diskutiert und in der Praxis bereits realisiert würden. Diese Technik sei Anfang Juli in Eutin vorgestellt worden (wir berichteten), ein entsprechendes Gutachten und eine weitergehende Expertise waren von Kreis und den betroffenen Gemeinden finanziert worden.

Diese Alternative entspreche dem Stand der Technik und könne damit auch realisiert werden, betont Sager: „Die vorgeschlagene Kabelverlegung hat erhebliche Vorteile. Sie macht eine schnellere Umsetzung ohne zu befürchtende große Widerstände in der Bevölkerung möglich.“

In einem Schreiben sei das zuständige Landesamt darauf hingewiesen worden, dass es für die Ostküstenleitung mindestens diese Alternative zur Freileitung gebe. Im Gegensatz zu der von Tennet favorisierten Leitung mit einer Grabenbreite von etwa 20 Metern würden für die vom Kreis vorgeschlagene Alternativlösung nur zwei bis fünf Meter breite Gräben gebraucht.

Der Kreis widerspreche auch der rechtlichen Einschätzung, dass Kabellösungen nur unter bestimmten Kriterien (Naturschutz, Heranrücken an Bebauung) in Betracht kämen. In der vom Kreis eingeholten juristischen Bewertung heiße es dagegen: „Alternativen sind dann eindeutig vorzugswürdig, wenn öffentliche Belange insgesamt durch eine schonendere technische Alternative umgesetzt werden können.“ Für den Landrat wäre dies eindeutig der Fall, und das müsste schon im ersten Planungsschritt berücksichtigt werden.

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