Kreis: Gewässer nicht mehr „anzapfen“

von
03. August 2018, 14:14 Uhr

Die für Wasser und Natur zuständigen Ämter des Kreises Ostholstein haben Landwirte und Gartenbesitzer aufgefordert, Fließgewässer und Teiche nicht mehr als Quelle für Bewässerungen von Gärten oder Feldern zu nutzen. Durch die anhaltende Trockenperiode seien die Wasserstände deutlich gesunken.

„Diese außergewöhnliche Belastung der Gewässer hat Auswirkungen auf die Wasserökologie und die angrenzenden Uferbereiche“ erklärt Susanne Klehn, Leiterin des Fachdienstes Boden- und Gewässerschutz. Verschärft werde die Situation durch die gestiegenen Wassertemperaturen: Das damit verbundene Sinken des Sauerstoffgehaltes habe jüngst vermehrt zu Fischsterben geführt. „Die Belastungssituation sollte nicht weiter verschärft werden.“ appelliert Joachim Siebrecht, Fachdienstleiter Naturschutz.

In Schleswig-Holstein sei es unter normalen Wetterbedingungen grundsätzlich erlaubt, vorübergehend Wasser zu entnehmen. Derzeit sei allerdings vielerorts zu beobachten, dass Gartenflächen dauerhaft beregnet würden. Das seien keine geringen Wassermengen und es sei auch keine vorübergehende Nutzung mehr, die unter den sogenannten Gemein- oder Anliegergebrauch falle. „Eine Entnahme solcher Mengen muss wasserrechtlich erlaubt werden“, sagt. Klehn. Auch die Feldberegnung, die einige Landwirte machten, setze eine Genehmigung voraus, sonst drohten hohe Bußgelder. Der Kreis bittet darum, kein Wasser aus Bächen, kleinen Seen und Teichen zu entnehmen, um die Gewässer nicht noch mehr zu belasten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen