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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 19:07 Uhr

Kreis bittet Eutin für Busverkehr zur Kasse

vom

Stadt hat offene Rechnung von über 250 000 Euro / Gemeinden mehr gefordert

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Eutin | Viel Ärger riefen vor drei Jahren die Umstellung der Fahrpläne und der Betreiberwechsel für den öffentlichen Busverkehr rund um Eutin hervor. Für die damals politisch eilends bestellten Nachbesserungen im Fahrplan werden die Rechnungen fällig: Der Kreis Ostholstein will nun die Gemeinden stärker an den Kosten beteiligen.

Dem Kreis geht es vor allem um eine jährliche Anpassung der Zahlungen, die mit den Gemeinden bis 2018 bisher als Festbeträge für die Schülerbeförderung und den Nahverkehr vereinbart sind. Besonders betroffen ist die Region um Eutin: Die Kommunen hier sollen rückwirkend ab August 2010 jährlich um 3,25 Prozent steigende Beiträge zahlen.

Darauf bereitete Horst Weppler, Planungschef der Kreisverwaltung, die Eutiner Stadtvertreter im Hauptausschuss vor. Er verwies auf die politisch bestellten Mehrleistungen, die allerdings kaum genutzt würden. Allein im Stadtbusverkehr in Eutin würden jährlich 20 000 km mehr gefahren, als in der Ausschreibung des Linienverkehrs fürs mittlere Ostholstein kalkuliert worden sei. Das Busunternehmen mache den erhöhten Aufwand, zumal die Kostensteigerungen für Diesel und Personal, beim Kreis als gesetzlichen Auftraggeber geltend - und der müsse jetzt reagieren.

Weppler hielt zur allgemeinen Überraschung der Stadt vor, bisher noch keine Jahresrate für den Stadtbusverkehr gezahlt zu haben. Dies könne der Kreis nicht mehr hinnehmen: "Wir sind zwei Jahre

in Vorleistung gegangen. Wir könnten zum Fahrplanwechsel im Dezember die Leistungen abbestellen, wenn Eutin nicht zahlt."

Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz begründete das Zurückhalten des Geldes - es geht um 116 000 Euro im Jahr - mit vielen Beschwerden über Mängel im neuen Stadtbusverkehr. Als Faustpfand für Verbesserungen sei der Vertrag mit dem Kreis nicht unterzeichnet worden. Schulz zeigte sich aber verhandlungsbereit: "Natürlich müssen wir da was machen. Aber rückwirkend kann die Anpassungsklausel aus unserer Sicht nicht greifen."

Einverstanden erklärte er sich mit Wepplers Ankündigung, zur Vermeidung von Leerfahrten sonntags in Eutin den Anrufbus einzuführen. Geplant wird auch eine Route zur Sana-Klinik.

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