Kreis-Baustelle noch bis Ende Mai

Die Bauarbeiten vor der Kreisverwaltung sind in vollem Gange. Die Winterlinde ist gepflanzt.
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Die Bauarbeiten vor der Kreisverwaltung sind in vollem Gange. Die Winterlinde ist gepflanzt.

Die Ausschreibung für Bauarbeiten am Plöner Berufsbildungszentrum brachte ein ungenügendes Ergebnis und wird wiederholt

shz.de von
08. Mai 2018, 15:10 Uhr

Die Winterlinde ist gepflanzt, das rote Pflaster großflächig verlegt: Besucher und Mitarbeiter der Kreisverwaltung werden voraussichtlich ab Ende Mai das Gebäude wieder durch den Haupteingang betreten können. Dann sollen die Bauarbeiten auf dem „Roten Platz“ in einem ersten Bereich abgeschlossen sein.

Auch der Bau des naturwissenschaftlichen Fachgebäudes am Gymnasium Schloss Plön geht zügig voran. Vor Ort erläuterten Andreas Siebelts, Leiter der Abteilung Gebäude und Liegenschaften, Planer Klaus Jordan und Klimaschutzmanagerin Ina Steude den Stand der baulichen Großprojekte. Davon hat der Kreis aktuell einige, nicht zuletzt wegen günstiger Fördermöglichkeiten aus anderen Töpfen.

So beginnt am 19. Juli der Bau der Rettungswache an der Kreisfeuerwehrzentrale in Preetz. Eigentlich sollte im Juli Start für das 2,1 Millionen Euro teure Mulitifunktionsgebäude mit Aufzug sowie barrierefreiem Zugang und Sanitätsgebäude am Plöner Berufsbildungszentrum (BBZ) sein. Allein, die erste Ausschreibung habe kein genügendes Ergebnis erbracht, da die Auftragsbücher der Unternehmen voll seien. Deshalb wurde die Maßnahme zum zweiten Mal ausgeschrieben.

Erfolgreicher läuft es derzeit an der Kreisverwaltung, wo vor wenigen Tagen eine fünf Meter hohe Winterlinde gesetzt wurde, um rundherum mit der Pflasterung zu beginnen. Der insektenfreundliche Baum ist Ersatz für die morsche Kastanie, um die im Kreistag lange gerungen worden war. Zeiten des Klimawandels erforderten immensen Tiefbauaufwand, beschrieb Steude den Einbau einer Sedimentationsanlage mit Regenrückhaltung, die das Wasser filtert und zeitverzögert ins Grundwasser abgibt. Der Platz werde LED-beleuchtet und erhalte eine öffentlich zugängliche E-Ladesäule sowie zur Seestraße eine 1000 Quadratmeter große Wildblumenwiese. Bis auf den Fluchtweg aus dem Kreistagssitzungssaal sei die Anlage nach Fertigstellung komplett barrierefrei, so Siebelts. Offizielle Einweihung werde sein, wenn auch der zweite Bereich vor der Zulassungsstelle fertig ist. Insgesamt kostet der Umbau 369 000 Euro.

Im Hause von Jordan und Mitarbeitern selbst geplant wurden der Umbau des Roten Platzes, die Kreisfeuerwehrzentrale und die Baumaßnahme am Gymnasium. Einzig den Umbau des denkmalgeschützten Altbaus ab 2019 werde man vergeben, erklärte Siebelts. Wenn der Altbau 2020 fertig ist, wird das 70er-Jahre-Fachgebäude abgerissen. Aktuell wächst am Gymnasium der Neubau Decke für Decke in die Höhe. „Filigrandecken mit Aufbeton“, wie es im Fachjargon heißt, verwende man, wenn nicht viel Lagerkapazität zur Verfügung steht.

Mitarbeiter der Firma Reese aus Bordesholm sind mit dem Rohbau beauftragt. Insgesamt 72 Tonnen Beton und rund 30 Tonnen Eisen für die drei Decken würden verbaut, erklärte Polier Michael Flick bei einem Rundgang. „Jede Decke aus Stahlbeton ist 40 Zentimeter dick, das sind 300 Kubikmeter je Decke“, erläuterte Planer Jordan. „Der Schallschutz ist gesichert“, fügte Steude hinzu.

Um die Schüler unter der Woche nicht zu gefährden, hätten die 40 Betonmischer Samstagsschichten eingelegt. Dreifach verglaste Scheiben mit Lüftungsklappen in den Fenstern und eine 24 bis 36 Zentimeter starke Dämmung von Bodenplatte über Wände bis zum Dach tragen dem Klimawandel Rechnung. Von innen elektrisch steuerbare Aluvertikal-Lamellen außen an der ganzen Fassade sorgen für Beschattung nach Bedarf. Auf einer Nutzfläche von 2500 Quadratmetern entstehen auf drei Etagen Fachräume für Kunst, Biologie, Chemie und Physik, Multifunktionsraum, Dunkelkammer, Sammlungen, Aquarium und Terrarium. Selbst die Dunkelkammer für Versuche im Fach Physik mit radioaktivem Material verfügt dann über eine eingebaute Belüftung.

Alle Arbeiten wurden regional vergeben. Richtfest ist im September, Fertigstellung Anfang 2019. Insgesamt kostet das Fachgebäude 5,65 Millionen Euro. 2,2 Millionen Euro davon kommen aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz.

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