Eutin : Krebs: Mit „Mama Glatze“ gegen Kinder-Angst

Brigitte Maas und Frauke Knorr (rechts) zeigen zwei Seiten aus „Mama Glatze“.
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Brigitte Maas und Frauke Knorr (rechts) zeigen zwei Seiten aus „Mama Glatze“.

Es ist ein kleines Büchlein, das helfen soll, die Sprachlosigkeit zu überwinden. „Mama Glatze“ lautet der Titel des kleinformatigen Werks.

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22. Januar 2015, 13:00 Uhr

Es ist ein kleines Büchlein, das helfen soll, die Sprachlosigkeit zu überwinden. „Mama Glatze“ lautet der Titel des kleinformatigen Werks, das Frauke Knorr gezeichnet und betextet hat. Es handelt vom siebenjährigen Tim, dessen Mutter an Krebs erkrankt ist und wegen der Chemotherapie ihre Haare verliert.

„Die ersten Skizzen entstanden vor drei Jahren aus persönlicher Betroffenheit innerhalb der Familie“, berichtet die Eutiner Weinhändlerin. „Ich habe beobachtet, wie schwer es oft ist, die richtigen Worte zu finden, da Betroffene ihr Kind vor Angst und Sorgen beschützen wollen.“ Aus dieser Sorge werde geschwiegen. „Es bleibt ein Schweigen und dadurch bei den Kindern ganz viel Angst.“

Die Hospizinitiative Eutin war von dem 16-seitigen Büchlein so angetan, dass sie zu den ersten 20 gleich 100 Exemplare nachgeordert hat. Form und Inhalt seien ausgesprochen gut, lobt Vereinsvorsitzende Brigitte Maas. „Das ist nicht niedlich, eben kein Pixi-Buch, wo alles verschwiegen wird, auch das Düstere wird gesagt.“ Die Wortwahl sei genial: kurze, prägnante Sätze. „Das ist für Kinder geeignet, aber auch für Erwachsene.“

Das Büchlein solle helfen, Kinder und Eltern ins Gespräch zu bringen, sagt Frauke Knorr. Sie hofft, dass möglichst viele Menschen, die es brauchen, davon profitieren. „Das ist mir eine Herzensangelegenheit.“

Ideen und Vorskizzen seien in der ersten Phase der Erkrankung entstanden, berichtet Frauke Knorr, die seit Jahren Zeichen- und Malkurse besucht. Als sie eine zweijährige Ausbildung mit dem Titel „Karikatur- und Comiczeichnen“ an der Hamburger Akademie für Fernstudien absolviert habe, sei sie wieder auf die Figuren und Zeichnungen gestoßen und habe diese noch einmal überarbeitet.

Das Büchlein sei „eine ganz runde Sache, die unbedingt verbreitet gehört“, findet Brigitte Maas. Daran will die Hospizinitiative kräftig mitwirken. Deshalb hat sie nicht nur selbst Exemplare geordert, sondern will „Mama Glatze“ auch auf ihrer Internet-Seite zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung stellen. Die ersten 100 Exemplare gibt es kostenlos (bis zu fünf Stück pro Abnehmer) und können unter Telefon 04521/776062 bestellt werden. Danach will Frauke Knorr das Büchlein zum Selbstkostenpreis von 2 Euro abgeben.

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