Eutin/Zarnekau : Kraut-Gift im Honig wachsendes Problem

Sorge um den Honig: Oliver Morris (links) hat nach einem entsprechenden Prüfbericht seinen Sommerhonig vernichtet. Wie Rainer Korten verkauft er nur nur PA-freien Honig.
Sorge um den Honig: Oliver Morris (links) hat nach einem entsprechenden Prüfbericht seinen Sommerhonig vernichtet. Wie Rainer Korten verkauft er nur nur PA-freien Honig.

Eine Meldung aus dem Umweltministerium fordert Kritik von Imkern heraus

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01. Dezember 2014, 16:13 Uhr

Von 86 untersuchten Honigproben aus dem ganzen Land enthielten nur zwei „bedenklich viel“ giftige Pyrrolizidinalkaloide (PA). Diese vergangene Woche vom Umweltministerium in Kiel verbreitete Meldung hat Protest von Fachleuten heraufbeschworen.

Imker Rainer Korten aus Zarnekau und sein Eutiner Kollege Oliver Morris haben über PA-Werte im Honig andere Erkenntnisse. Bei Honigproben aus der Nähe großer Bestände des PA-haltigen Jakobskreuzkrautes seien Rekordwerte gemessen worden, bestätigt Kreisveterinär Dr. Wolf Vogelreuther. Fünf Honigproben aus dem Naturschutzgebiet Barkauer See waren mit PA-Werten zwischen 93 und 2765 Mikrogramm pro Kilo belastet und nicht für den Verzehr geeignet. Vogelreuther: „Fast 3000 Mikrogramm habe ich nicht für möglich gehalten.“

Korten und Morris sind sicher, dass es auch mit großem Abstand zwischen Bienenstock und Jakobskreuzkraut keine Sicherheit mehr gibt. Im Sommerhonig, den Oliver Morris dieses Jahr an fünf Standorten rund um
Eutin gewonnen hat, wurden 281 Mikrogramm nachgewiesen. Morris: „Kein einziger Bienenstock stand in der Nähe großer Jakobskreuzkrautvorkommen.“ Weitere Ergebnisse aus Ostholstein nähren den Verdacht auf eine flächendeckende Belastung: Bei Oldenburg wurden 500 Mikrogramm PA gemessen.

Die Sprecherin des Umweltministeriums, Nicola Kabel, räumt ein, dass Jakobskreuzkraut ein Problem sei, das verstärkt bekämpft werden müsse. Mehr Aufschluss über die flächendeckende Belastung von Honig werde eine bundesweite Untersuchung liefern, die Anfang 2015 fertig sein soll. Aber: Bei dem Pilotprojekt „Greening für Bienen“ mit 86 Proben seien 40 PA-frei gewesen.
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