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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 23:43 Uhr

Krankenstand in Ostholstein gesunken

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

DAK-Report zeigt: Rückenschmerzen und psychische Erkrankungen die Hauptursachen für Krankmeldungen

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 00:33 Uhr

Der Krankenstand unter den Beschäftigten in Ostholstein und Plön ist im vergangenen Jahr durchschnittlich um 0,4 Prozentpunkte und damit deutlicher als in Schleswig-Holstein insgesamt (0,1 Prozent) gesunken, er liegt aber mit 3,9 Prozent leicht über dem Landesschnitt (3,8 Prozent). Nach Rückenschmerzen, die für mehr als ein Viertel der Krankmeldungen verantwortlich waren, sind psychische Erkrankungen wie Depressionen die Hauptursache für Arbeitsausfälle. 246 Beschäftigte (17 Prozent) ließen sich 2012 aus diesem Grund krankschreiben, wie aus dem Gesundheitsreport 2013 hervorgeht, den der Chef der DAK-Gesundheit Eutin, Nils Junker, und Heike Steinbach-Thormählen, Geschäftsführerin des Ärztenetzes Eutin-Malente, vorstellten.

Schwerpunktthema des Reports sind psychische Erkrankungen. Positiv sehen Junker und Steinbach-Thormälen die verbesserte Diagnose in diesem Bereich. Wichtig sei jedoch vor allem die Prävention. „Und da ist der Arbeitgeber in der Pflicht“, sagte Junker. Nur wenige Menschen kümmerten sich ausreichend um ihre Gesundheit und wüssten über Angebote zur Vorsorge Bescheid. Für die Unternehmen sei dies aber wichtig: „Die wollen doch gesunde Mitarbeiter haben.“

Auch Steinbach-Thormählen vom Ärztenetz ist überzeugt: „Wir müssen in die Betriebe und das Thema psychische Erkrankungen aus der Tabuzone herausholen.“ Beispiele sind betriebliche Gesundheitstage, wie sie in der Sana-Klinik angeboten würden. Außerdem will das Ärztenetz künftig die Versorgung depressiver Menschen verbessern. Dafür setzen die Ärzte auf Unterstützung von den Krankenkassen. „Bis zu sechs Monate Wartezeit auf einen ambulanten Therapieplatz sind unhaltbar“, kritisierte Steinbach-Thormählen.

Schließlich räumte DAK-Chef Junker mit einem Mythos auf: „Burnout“ spiele bei psychischen Erkrankungen eine viel geringere Rolle als in den Medien dargestellt. „Burnout ist kein Massenphänomen und betrifft nur einen kleinen Personenkreis.“ Oft stecke eine Depression dahinter – die sei sozial jedoch weniger akzeptiert als berufliche Überlastung.

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