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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 21:01 Uhr

Kranke Kastanien nerven Anwohner

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Im Carl-Ullrich-Weg sorgen gut 30 Jahre alte Bäume für Verdruss

Öffentliches Grün in Wohngebieten wird häufig zum Konfliktstoff: Beschattung, Laub und Wurzelwerk, das Leitungen beschädigt und Mauerwerk sprengt, sind die klassischen Begleiterscheinungen, die bei Anwohnern für Verdruss sorgen.

Alles trifft auch auf den Carl-Ullrich-Weg zu. Viele Anlieger des Fußwegs, der von der Kleverkoppel bis zum Meinsdorfer Weg reicht. fühlen sich durch Kastanien belästigt, die bei der Erschließung des Gebietes im Jahr 1985 gepflanzt wurden.

Etlichen Anliegern ist auch schon die Bitte nach dem Fällen von Bäumen durch die Stadt erfüllt worden. Um so verärgerter sind jene, die immer noch darauf warten. Rainer Böldt war schon im März 2012 vom Bauamt schriftlich zugesagt worden, dass zwei in Höhe seines Grundstücks stehende Kastanien folgenden Winter beseitigt würden. Beide stehen immer noch, obwohl sie Pilzbefall aufweisen. Die Miniermotte hat ohnehin alle Kastanien in dem Wohngebiet befallen, Mitte Juni werden die Blätter braun, fallen ab und säumen den Weg.

„Das Laub ist dann auch noch gespickt mit Hundekot,“ schilderte Böldt, „meine Frau geht hier schon überhaupt nicht mehr entlang.“ Die Hinterlassenschaften gefährdeten auch Kinder, die den Spielplatz in der Mitte des Weges aufsuchten. Dabei sind Hundehalter verpflichtet, den Hundekot zu entfernen.

Böldt ärgert auch, dass die meisten Anlieger ihrer Pflicht zur Straßenreinigung nachkämen, aber die Abschnitte vor den städtischen Grundstücken – Spielplatz und Regenrückhaltebecken – ungepflegt blieben.

Rainer Böldt ist vergangene Woche wieder im Rathaus vorstellig geworden und wieder vertröstet worden. Dabei erfuhr er auch, dass es „keinen Anspruch auf eine Beseitigung der Bäume“ gebe. Schattenwurf und Laub allein seien noch kein Grund dazu.

Nach Erkenntnis von Hans-Günther Zaak müssen viele Anwohner bis heute einen Fehler ausbaden, der 1985 gemacht worden sei: „Im Braaker Mühlenweg sollten weißblühende Kastanien, hier rotblühende gepflanzt werden. Das wurde verwechselt.“ Die weißblühende, auch gemeine Rosskastanie genannt, wird bis zu 30 Meter hoch, die rotblühende etwas mehr als 20 Meter. Im Braaker Mühlenweg seien die Kastanien längst gefällt, im Carl-Ullrich-Weg müssten sich die Bewohner mit den größeren Exemplaren rumärgern. „Die Wurzeln legen weit aus. Ich habe jedes Jahr Kastanien-Sprösslinge im Rasen.“

Eine Nachfrage des OHA bei der Stadt ergab: In der kommenden Woche sollen „zwei bis drei Bäume“ im Carl-Ullrich-Weg gefällt werden. Rainer Böldt kann also hoffen. Andere – zum Beispiel die Anlieger des dicht beschatteten Fußweges zum Quitschenbarg – müssen weiter warten. Das Fällen der Kastanien – etwa 15 gibt es noch – erfolge in den kommenden Jahren weiter schrittweise, sagte Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt.

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erstellt am 13.Feb.2017 | 12:56 Uhr

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