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Offenen Ganztagsschule : Krach um Techs Rolle als Schulplaner

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der FWE-Politiker sorgt in der Stadtvertretung für einen Eklat.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Bürgervorsteher Dieter Holst versuchte, mit ruhiger Stimme den laut Polternden zu beschwichtigen, doch Malte Tech (FWE) wollte von seiner oft geübten Rolle des Empörten nicht lassen: „Ich komme nicht runter, ich gehe jetzt nach Hause.“ Packte seine Tasche und verließ am Mittwochabend die Sitzung der Stadtvertretung.

Dieser Eklat überschattete die Aussprache über eine Erhöhung der Haushaltsmittel für den Neubau der Offenen Ganztagsschule an der Grundschule in der Blauen Lehmkuhle. Bisher waren dafür 350 000 Euro reserviert, doch gemäß einer aktualisierten Planung wird jetzt mit 443 000 Euro Baukosten kalkuliert. Dem stimmte auch die Stadtvertretung bei einem Nein aus der reduzierten FWE-Fraktion zu. Der Anbau soll Mitte April 2015 fertig sein und die Betreung von Grundschülern außerhalb des Unterrichts ermöglichen. Derzeit erfolgt dies provisorisch in Turnhalle und Pausenraum.

Der Hauptausschuss hatte tags zuvor, wie der Vorsitzende Matthias Rachfahl berichtete, den Mehrbedarf im Etat befürwortet. Allerdings hatte dabei schon Malte Tech mit heftigen Vorwürfen gegen Bauamtsleiter Bernd Rubelt für Rabatz gesorgt und sich dafür einen Ordnungsruf des Vorsitzenden eingehandelt.

In der Stadtvertretung sorgte Tech erneut für Reizklima: Die frische Kostenermittlung sei überzogen, Raumgrößen seien falsch angegeben. Er kündigte eine Klage gegen die Stadt an: „Der Prozess wird kommen, da muss sich Herr Rubelt warm anziehen.“

Bürgermeisterin Elgin Lohse und Bürgervorsteher Holst stoppten vereint Techs Versuche, aus Unterlagen zu zitieren, die er als ehemals mit der Planung beauftragter, dann aber nach Streit um Zeitvorgaben vom Auftrag zurückgetretener Architekt noch in Händen hat. Er müsse sich, wie die Stadt auch, an die vertraglich vereinbarte Vertraulichkeit halten und dürfe nicht munter die Rollen wechseln, intervenierte Lohse in amtlicher Funktion. Das wollte Tech nicht einsehen und verließ den Saal.

Detlev Kloth (SPD) plädierte für eine rasche Vollendung des Vorhabens. „Hätten Verwaltung und freie Wirtschaft richtig funktioniert, dann wäre der Anbau schon fertig. Jetzt sind Schüler und Lehrer die Leidtragenden“, kritisierte er den „unterirdischen Zustand“ der Verfahrensabläufe.

Christiane Balzer (Grüne) nahm die Verwaltung gegen Vorwürfe in Schutz und lobte die schnelle Ersatzfindung bei der Planung. Das Projekt bringe insgesamt eine weitere Verbesserung des Schulangebotes in Eutin. „Wir tun das Richtige“, so Balzer.

 

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