Kostenschock in Plön : Kostenschock in Plön: Schwimmbad wird teurer

Der Ausschuss für Stadtentwicklung wurde von Mehrkosten von rund 500 000 Euro überrascht.

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04. März 2011, 12:37 Uhr

Plön | Alles im Zeitplan. Mit diesen drei schlichten Worten war der Bericht über den Baufortschritt bei der Schwimmhalle im Ausschuss für Stadtentwicklung schnell gegeben. Doch dann folgte der Kostenschock: Architekt Olaf Koring aus Hamburg rechnete am Montag dem Ausschuss zusammen mit der Verwaltung Mehrkosten von gut 500 000 Euro vor.

Die Politiker nahmen die Mehrkosten zur Kenntnis. Schließlich hatte der Hauptausschuss die Verantwortung für die Millionen-Sanierung des touristischen Leuchtturmprojektes Ölmühlen-Schwimmhalle an sich gezogen. Doch der Schock saß bei allen tief: Ausschusschef Bernd Möller (SPD) war überrascht und entsetzt. Es habe keinerlei Vorwarnungen gegeben. Die Mehrkosten von einer halben Million Euro entsprechen immerhin einer Steigerung von gut 20 Prozent des städtischen Anteils an den Baukosten.

Verwaltung und Architekt hatten früh bei 5,6 Millionen Euro Bausumme von der üblichen Steigerung von zehn Prozent gesprochen. So wurde jetzt für 6000 Euro eine Tür eingebaut, damit die gerade neu eingebaute Technik im Falle der Erneuerung ohne Aufstemmen der Wand getauscht werden könne. Auf den Einwand, dass die Technik doch etwa 20 Jahre halten solle, gab es keine Antwort.

Ebenfalls verursachte der Wintereinbruch Mitte November Mehrkosten von gut 60 000 Euro, da das Gebäude zusätzlich abgedichtet und beheizt werden musste. Sonderwünsche von 156 000 Euro für eine verbesserte Kassenanlage, bessere Wärmedämmung oder Einbruchschutz wurden pauschal genannt.

Unvorhergesehene verlorene Schalungen unter den Fliesen hätten beseitigt werden müssen. Der Ausschuss bekam heraus, dass das kleine Dampfbad auf den Zeichnungen nie ausgeschrieben wurde und jetzt mit 63 000 Euro zusätzlich "auf dem Kassenzettel" steht. Bisher nicht ausgeschrieben sei auch die Herrichtung der Außenanlagen.

"Nach dem Bau wäre also eine ,Wüste zurückgeblieben?", fragte Bernd Möller den sich windenden Architekten, der letztlich genau diesen Tatbestand einräumen musste. "Das sei so üblich", erklärte Architekt Olaf Koring. Wegen der schwierigen Eigentümersituation seien verschiedene Positionen an Gebäuden und Außenanlagen noch strittig.

"Alle Entscheidungen mussten aktuell getroffen werden", rechtfertigte Fachbereichsleiter Eckhard Frahm das Vorgehen der Verwaltung. Sie stehe unter immensem Zeitdruck, da die gesamten Zuschüsse bis Oktober abgerechnet sein müssten, der Bau also komplett fix und fertig sein müsse. "Will der Stadentwicklungsausschuss etwa täglich tagen, um aktuell entscheiden zu können?", stellte Ulrich Becker vom Bauamt in den Raum.

Sowohl für die Außenanlagen als auch für die übrigen Extras laufen die Ausschreibungen bereits. Der Ausschuss folgte ohne Gegenstimme dem Wunsch des Ausschussvorsitzenden an Architekt und Verwaltung: "Alles, was sich ab jetzt verändert, geht über den Ausschuss". Gerade die großen Posten Außenanlagen oder Dampfbad seien nicht "situativ" zu entscheiden gewesen, sondern hätten im Ausschuss beraten werden können.

Wie geht es nun weiter? Dem OHA erklärte Eckhard Frahm, dass für die Sitzung des Hauptausschusses am 21. März eine ganz detaillierte, begründete Vorlage der Verwaltung erarbeitet und vorgelegt werde, ehe der Hauptausschuss dann das Geld bewillige. "Die Entscheidungen seien jeweils zwischen Verwaltung und Architekt im Laufe des Bauprozesses getroffen worden", so Eckhard Frahm auf die Frage, wer alles beteiligt gewesen sei.

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