Kostenanstieg auf 900 000 Euro

An dieser Stelle soll der Ausbau „An der Bäderstraße“ auf einer Länge von 900 Metern fortgesetzt werden.
An dieser Stelle soll der Ausbau „An der Bäderstraße“ auf einer Länge von 900 Metern fortgesetzt werden.

Der zweite Bauabschnitt „An der Bäderstraße“ könnte deutlich teurer werden als geplant / Bauamt: „Haben aus Fehlern beim ersten Bauabschnitt gelernt“

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29. November 2013, 00:33 Uhr

Nachdem es am sehr kostenbewussten Ausbau des ersten Teilabschnitts Kritik gegeben hatte, will das Eutiner Bauamt nun keine halben Sachen mehr machen: Für den zweiten Bauabschnitt von Süsels Hauptstraße „An der Bäderstraße“ stellte die Verwaltung gemeinsam mit dem Eutiner Planungsbüro Höger und Partner im Planungsausschuss eine Variante ohne Kompromisse vor – zumindest als Diskussionsgrundlage. Auf jeden Fall soll es noch eine Informationsveranstaltung für die Einwohner geben, erklärte Bauamtsmitarbeiterin Karen Dyck.

Angesichts der nun gewählten „Vollversion“ steigen allerdings die veranschlagten Kosten. Ursprünglich waren 688 000 Euro im Haushalt berücksichtigt. Diese Summe steige nun auf 900 000 Euro einschließlich Planungskosten, erklärte Karen Dyck. „Das ist erstmal der große Schreck, aber wir haben aus dem ersten Bauabschnitt gelernt“, erklärte sie. Kritik gab es beispielsweise an nicht ablaufendem Wasser auf der erneuerten Straße. Angesichts dieser Sachlage einigte sich der Ausschuss, zunächst einmal die Summe von 900 000 Euro in den Haushalt einzustellen.

Allein 100 000 Euro der Kostensteigerung gingen auf eine Verlängerung des zweiten Bauabschnitts, erläuterte Karen Dyck. So solle die Straße nun bis auf Höhe der Häuser Nr. 86 und 88 fortgeführt werden, dort wo der Gehweg ende. Beginn wäre an der Einmündung der Neustädter Straße, wo der erste Bauabschnitt endete. die Baumaßnahme würde sich dann auf rund 900 Meter erstrecken.

Eine weitere Verteuerung bringt eine nun vorgesehene komplette Erneuerung der Asphaltschicht mit sich. Diese sei deswegen vorgesehen, weil sich die Asphaltschicht beim ersten Bauabschnitt an vielen Stellen weggebröselt sei und ebenfalls habe erneuert werden müssen, erläuterte Ingenieur Thomas Prager vom Höger und Partner. Sollte sich die alte Schicht doch noch als tragfähig erweisen, müsse sie nicht erneuert werden.

Sparen ließe sich vielleicht bei den Busbuchten. Sie sollen nach dem jetzt vorliegenden Vorschlag aus ästhetischen Gründen in Natursteinpflaster ausgeführt werden. Das kostet etwa 16 000 Euro extra. Weitere 11000 Euro kosteten Aufpflasterungen in der Straße. Auf Zustimmung traf der Vorschlag, die betagte Straßenbeleuchtung gleich mit zu erneuern, auch wenn dies zusätzliche 50 000 Euro kostet.

Eher für verzichtbar hielt Ausschussvorsitzender Klaus Berger (CDU) dagegen eine Verkehrsinsel am Ortseingang, da die scharfe Kurve den Verkehr ohnehin bremse. Dem entgegnete Karen Dyck allerdings, dass es Beschwerden von Anwohnern wegen hoher Geschwindigkeiten gegeben habe. Allerdings wäre eine Verkehrsinsel nur möglich, wenn die Gemeinde Privatgrund erwirbt, weil sonst Lastwagen nicht durchkämen. Eine Alternative zur Verkehrsberuhigung ist aus Sicht Pragers ein „optisches Baumtor“.

Die Breite der Straße reduzierte sich bei der Planung von derzeit sieben auf sechs Meter, erläuterte Prager. Allerdings gebe es aufgrund von Zwangspunkten wie Einfriedungen und Bäumen, wie etwa vor der Schule, die Breite an einigen Stellen auf 4,50 Meter. Die Breite der Gehwege auf beiden Seiten solle 1,50 Meter betragen.

Bedenken äußerte eine Gewerbetreibende, ob beispielsweise der Fischer oder Lieferverkehr aufgrund verkleinerter Radien an Einmündungen von Nebenstraßen noch genug Platz hätten. Der Vorschlag, vor dem Bäcker Parkplätze einzurichten, lässt sich aus Sicht des Planers nicht umsetzen. Dafür sei nicht genügend Platz vorhanden, erklärte Prager.

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