Konzert zum Jahresausklang

ntje Wissemann an der Orgel und am Klavier und die Sopranistin Eva Monar gestalteten den Abend.
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ntje Wissemann an der Orgel und am Klavier und die Sopranistin Eva Monar gestalteten den Abend.

Mit Evergreens aus Musicals begeisterte Sopranistin Eva Monar das Publikum / Stücke von Bach und Mozart begleitete Wissemann auf Orgel

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02. Januar 2018, 00:19 Uhr

In der St. Michaeliskirche in Eutin gab es am Silvesterabend ein Konzert unter dem Titel „Mit Schwung ins Neue Jahr“ in zwei sehr unterschiedlichen Teilen. Im ersten Teil standen Stücke sowohl für Orgel als auch für Orgel und Gesang auf dem Programm. Der zweite Teil, der vor dem Altarraum stattfand, widmete sich Liedern aus Film und Musical. Wer also den letzten Abend des Jahres nicht unbedingt besinnlich begehen wollte, war hier richtig.

Antje Wissemann an der Orgel und am Klavier und die Sopranistin Eva Monar gestalteten den Abend zusammen. Wie die Kirchenmusikerin Wissemann schon in ihrer Begrüßung betonte, waren es durchweg oft gehörte Stücke, die sie darboten. So begann sie mit der bekannten Bachschen Toccata und Fuge BWV 565, bei der schon die ersten Takte die sehr eigene Interpretation von Wissemann erkennen ließen. In den folgenden Arien aus der Hochzeitskantate von Bach hatte die eigentlich kräftige Stimme von Eva Monar es nicht ganz leicht, sich gegen die dominant gespielte Orgel durchzusetzen. Auch Mozarts Motette „Exsultate, jubilate“ ist mehr ein Gesangs- als ein Orgelstück und bietet in der Höhe manche Herausforderung. Wenn man sich zu solchen Höhen mit Lautstärke aufschwingen muss, geschieht es schon mal, dass des Guten zu viel erklingt. Weniger wäre hier mehr gewesen, zumal nach einer dreiviertel Stunde im Fortissimo Ohren auch müde werden.

Ganz anders die Interpretation der „Evergreens“ aus verschiedenen Filmen und Musicals. Wie schade, dass Eva Monar überwiegend mit Mikrophon sang, das hat sie nicht nötig, ihre Stimme füllt den Raum auch ohne dies. Das bewies sie, als sie in dem Lied aus „Anatevka“ das Mikrofon weglegte. Plötzlich ist sie in ihrem Element, singt und spielt charmant, mit Witz und Leichtigkeit. Das folgende „Chim Chim Cheree“ aus dem Film „Mary Poppins“ ist etwas tiefer gesetzt. Da wird ihre Stimme auch in der Höhe klar und weich und ihre Qualität kommt zum Tragen. Und auch das Klavier lässt sich jetzt darauf ein, dass es hier ein Begleitinstrument ist.

Das volle Programm dauerte länger als angekündigt, sodass der ein oder andere das Konzert eher verlassen musste, um rechtzeitig dort zu sein, wo er das Neue Jahr begrüßen wollte. Die anderen Zuhörer der voll besetzten Kirche blieben, um das Traditional „Amazing Grace“ mit Eva Monar zusammen zu singen, was, auch wenn es etwas amerikanisch anmutete, das Konzert doch noch besinnlich ausklingen ließ.



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