Eutin : Konzert um Volkstrauertag: Fließender Übergang in andere Welt

Für stimmungsvolle Entschleunigung zum Volkstrauertag sorgten Chor und Orchester unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Martin West in der St.-Michaelis-Kirche.

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15. November 2011, 10:48 Uhr

Eutin | "Es war gewaltig. Das muss man live erlebt haben", schwärmte die Malenterin Hannelore Templin. Chor und Orchester der Eutiner Kantorei sowie der Chor des Vokalkreises Plön interpretierten die Stücke und ließen ahnen, welche Empfindungen die Komponisten Johannes Brahms, César Franck und Gabriel Fauré während der Entstehung ihrer Werke wohl gehabt haben mochten.

Bereits das Eröffnungsstück "Ave Maria" von Brahms mit dem Frauenchor und Orchester überzeugte in Klangfarbe und Harmonie. Stimm- und klanggewaltig füllten Sängerin Nadine Weissmann von der Berliner Staatsoper und der Männerchor die Kirche mit Brahms’ Rhapsodie op. 53 mit einem Auszug aus Goethes Harzreise im Winter aus. Mit spielerischer Leichtigkeit und musikalischer Hingabe überzeugte die 26 Jahre alte Pianistin Lilit Grigoryan, die gemeinsam mit dem Orchester die Symphonischen Variationen von César Franck spielte.

Der Höhepunkt des Konzertes war das Requiem von Gabriel Fauré, das der Komponisten 1887 bereits im Alter von 42 Jahren für seine eigene Beerdigung schrieb. "Über mein Requiem hat man gesagt, es drücke gar kein Entsetzen angesichts des Todes aus. Jemand hat es sogar einmal als ein Wiegenlied des Todes bezeichnet", kommentierte Fauré sein Werk. Diese Empfindungen spiegelte die Orchesterbesetzung mit wenigen Bläsern und tiefen Streichern wieder und unterstrich die Partien von Sopranistin Silke Evers und Bariton Peter Frank. Das Geigensolo der Konzertmeisterin Elisabeth Weber ließ das Gefühl eines fließenden Übergangs in eine andere Welt aufkommen.

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