Plön : Konzept gegen Supermarkt

Für die CIMA stellten Martin Kremming (links) und Jennifer Schetter (rechts) dem Ausschuss für Stadtentwicklung den Entwurf für das Einzelhandelskonzept vor.  Foto: Karl Hesse
Für die CIMA stellten Martin Kremming (links) und Jennifer Schetter (rechts) dem Ausschuss für Stadtentwicklung den Entwurf für das Einzelhandelskonzept vor. Foto: Karl Hesse

Die Plöner Verkehrssituation ist nach Meinung der Gutachter im Bereich der Stadtgrabenstraße nicht zu lösen.

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09. September 2011, 11:01 Uhr

Plön | Überraschende Wende bei der Vorstellung des kommunalen Einzelhandelskonzeptes für Plön. Der Entwurf macht deutlich, dass Plön in Zukunft keine zusätzlichen Supermärkte mit mehr als 800 Quadratmeter braucht.

Die Gutachter Jennifer Schetter und Martin Kremming vom City Management (CIMA) Lübeck empfahlen für solche Ansiedlungen bestehende Geschäftsflächen im Bereich der Langen Straße zusammenzulegen. Die Ausschussmitglieder waren über den 130 Seiten umfassenden Entwurf überrascht.

Während Bernd Möller (SPD) als Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (STEU) das Gutachten wegen seines klaren Aufbaus und der konsequenten Herleitung der Ergebnisse lobte, hatte Ingo Buth (SPD) Probleme. Er bohrte nach, ob er das Konzept so verstehen müsse, dass die Gutachter keinen Markt an der Stadtgrabenstraße für sinnvoll hielten. Das bejahte Jennifer Schetter wegen der aus ihrer Sicht nicht lösbaren Verkehrssituation dort. Die Parkplätze seien für Plön ein so kostbares Gut, das den gesamten Einzelhandel im Zentrum positiv beeinflusse. Die dürfe man dort nicht streichen.

"Wenn sie dort einen großen Markt zulassen wollten, müssten sie ein sehr genaues Verkehrsgutachten erstellen lassen", so Jennifer Schetter.

Für Buth als Befürworter eines großen Marktes am Stadtgraben, war diese Wendung unbefriedigend. Er bat darum, den Entwurf der Landesplanung "zur Prüfung" vorzulegen.

Auch Dirk Krüger (CDU) wollte Näheres zur Marktansiedlung hören. "Wir befürworten das nicht. Wuchern sie lieber mit der tollen Parkplatzsituation", so der Rat der Fachleute aus Lübeck. Insgesamt stehe Plön auf den Einzelhandel bezogen gut da. Man habe eine "Attraktivität von 119 Prozent", ziehe also von außen Kaufkraft nach Plön hinein. Aber auch etwa 30 Prozent kauften gern auswärts ein.

Mit dem Konzept sollten die planerischen Weichen so gestellt werden, dass das auch zukünftig so bleibe. Bestimmte Konkurrenzsituationen müssten auch zu Nachbargemeinden ausgeschlossen werden, um Plön als zentralen Versorgungsbereich zu erhalten. "Nur wenn sie Außenansiedlungen ausschließen, erreichen sie, dass sich neue Geschäfte mit der schwierigen Innenstadtsituation auseinandersetzen", so Martin Kremming.

Der Ausschuss will den Entwurf des Einzelhandelskonzeptes nun erst in den Fraktionen beraten, ehe er für die Ratsversammlung eine Beschlussempfehlung erarbeitet.

Ziel des Einzelhandelskonzeptes, das als Einstieg ein Einzelhandelsgutachten als Bestandsaufnahme enthält, ist die Sicherung der zukünftigen Entwicklung für Plön. "Standortempfehlungen geben wir nicht, weil sich das zu schnell ändert", so Kremming. Es gehe um generelle Entwicklungsmöglichkeiten.

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