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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 14:12 Uhr

Konsequent Papier statt Plastik

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Lebensmittelhändler Arne Ley stellt seine Märkte auf Papiertüten um / Handelsverband fördert den Trend

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2016 | 00:38 Uhr

Die Meere voller Plastik haben Arne Ley dazu gebracht, sein Tütenangebot in den Edeka-Märkten Eutin und Plön zu überdenken. Seit Dezember stellt der Einzelhändler auf Papier um. Ab Februar will er bei Obst-Gemüse-Tüten und den einfachen Tragetaschen plastikfrei sein. Kostenlose Plastiktüten gibt es nicht mehr.

Nur im Fleischbereich und für Kunden, die darauf bestehen, gibt es dem Chef zufolge noch Plastiktüten. Doch auch die Restbestände will der Lebensmittelhändler bis Ende Januar abbauen. An den Kassen im Eutiner Markt sind derzeit drei Varianten zu finden: die Plastiktasche mit Griffen, die fester verarbeitete Kunststofftasche zum Wiederverwenden und die Isoliertasche für Gefrierware. In Plön gibt es auch Kartons.

Noch habe sich seine Kundschaft nicht umgestellt: „Viele Kunden verlangen noch nach Plastiktüten, vor allem im Fleischbereich.“ Dort bestehe die Angst, dass das Fleisch „durchsuppe“. Der Lieferant habe zugesichert, mit speziell gefertigtem Papier die Möglichkeit auszuschließen, sagt Marcus Kröger. Der Marktleiter in Eutin berichtet von negativen Reaktionen in der Anfangsphase, jetzt höre er aber nur noch positive. Negative Rückmeldungen hat Ley nicht erhalten. „Bisher haben vereinzelt Kunden gesagt, dass sie das gut finden.“

Die Umstellung verursacht Kosten. „Für uns und den Kunden wird es teurer“, sagt Ley. Der Preis für die Papiertaschen an der Kasse ist von 25 auf 35 Cent gestiegen. Die Mehrfachtragetasche ist für 1,39 Euro zu haben. Im Obst- und Gemüsebereich gibt es neben der Papierspitztüte zwei weitere Varianten.

Kundin Rita Klesny aus Eutin kann dem neuen Tütenangebot viel abgewinnen und hat ihre Pilze gerade in einer Papiertüte untergebracht. Bei den kleinen dünnen Plastiktüten wären die Knoten manchmal schwer zu lösen gewesen.

In Europa ist eine Vorgabe für den Pro-Kopf-Verbrauch Thema, wie Dierk Böckenholt vom Handelsverband Nord gestern auf Frage unserer Zeitung sagte. Das Vorhaben der EU unterstützt Deutschland, will dem Juristen zufolge aber kein Gesetzt erlassen, da das Land das geplante Soll beim Tüten-Verbrauch im Einzelhandel bereits erfüllt. Eine freiwillige Vereinbarung, die Tüten nicht mehr kostenlos im Einzelhandel auszugeben, soll es richten.

Böckenholt hält die Umstellung auf Papiertüten für fragwürdig, da deren Herstellung durchaus belastender für die Umwelt sei als die der Plastiktüten. Dennoch unterstütze sein Verband den Vorzug der Papiertüte, beziehungsweise die Abgabepflicht. „Der Verbraucher wird angeregt zu fragen, ob er die Tüte wirklich benötigt.“ Die Frage, ob der Verbraucher es hätte billiger haben können, wenn er in der Vergangenheit freiwillig auf mehr Tüten verzichtet hätte, beantwortet Böckenholt positiv.

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