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Ostholsteiner Anzeiger

24. Juni 2017 | 00:41 Uhr

Kommunikation gefordert

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eutin steckt mitten in der Stadtsanierung: Kaufleute und Veranstalter wollen Planungssicherheit

Die Sanierung in Eutins Innenstadt läuft in der Peterstraße derzeit geräuschärmer als befürchtet. Doch wie geht es nach der Peterstraße weiter? Kommt dann die Straße Am Rosengarten, wie sich viele Vertreter der Eutiner Wirtschaftsvereinigung (WVE) wünschen – oder wandert die Baustelle direkt auf den Marktplatz, wie es der aktuelle Maßnahmenplan vorsieht?

Marcus Gutzeit, Brauhaus-Betreiber und WVE-Mitglied, bittet die Fraktionsvorsitzenden und den Bürgermeister in einem offenen Brief, um Planungssicherheit für große Veranstaltungen – ob Blues- oder Stadtfest sowie die verkaufsoffenen Sonntage – im nächsten Sommer: „Ich bitte eindringlich darum, einen Beschluss zu fassen, in dem erklärt wird, dass Baumaßnahmen auf dem alten Eutiner Marktplatz erst ab dem 1. September 2018 beginnen.“ Die Diskussion um die Baumaßnahmen am Markt war durch den Verein Blues Baltica nach dem Blues-Fest wieder aufgekommen, da der Verein nun nach einem alternativen Veranstaltungsort im Kreis sucht, weil die Stadt ihm bisher mitgeteilt habe, „dass der Marktplatz im nächsten Jahr nicht zur Verfügung steht“ (wir berichteten). Aus dem Rathaus heißt es dazu auf Nachfrage: „Derzeit gibt es keine Beschlusslage für eine Änderung, aber die Dinge sind in den Ausschüssen diskutabel.“

Die politische Diskussion – erst Rosengarten oder Markt – kochte jedoch bereits im Frühjahr kurz auf, bevor Bürgerentscheid und eine mögliche zweite Bürgerinitiative die Ressourcen von Verwaltung und Selbstverwaltung auf die Sanierung in der Peterstraße lenkten. Alle Fraktionsvertreter hatten sich bereit erklärt, einer Diskussion über eine Änderung der Sanierungsfolge nicht im Weg zu stehen (wir berichteten). „Ich kann die Veranstalter verstehen. Für so etwas Großes wie das Blues-Fest braucht man Planungssicherheit“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Rachfahl. Aber in erster Linie sehe er Verwaltung und Veranstalter in der Pflicht „einfach mal miteinander zu reden, was machbar ist und was nicht“. In den vergangenen Jahren sei da viel „an Kommunikation liegen geblieben“. Als Veranstalter könne man von der Stadt erwarten, dass sie Aussagen treffe, was wann möglich sei. „Wenn der Maßnahmenplan nochmal angefasst werden soll, dann muss das auf die Tagesordnung“, so Rachfahl.

Hans-Georg Westphal (SPD) ist überrascht, wie geräuschlos die Bauarbeiten in der Peterstraße laufen und sagte in Bezug auf Gutzeits offenen Brief: „Das Blues-Fest sollte im nächsten Jahr auf jeden Fall noch stattfinden. Udn dann sollten wir zu sehen, dass wir in einem Jahr mit dem Markt als Baustelle durch sind.“

Aus Sicht von Monika Obieray (Grüne) bräuchte es den Brief von Gutzeit gar nicht: „Selbstverständlich werden solche Belange berücksichtigt und wir müssen Lösungen suchen, die allen entgegen kommen. Aber irgendwann muss auch mal gebaut werden.“ Auch wenn der Rosengarten dem Markt vorgezogen werde, sei das Problem nur zeitlich verschoben, so Obieray. „Wir müssen schauen, was wie machbar und das kleinere Übel ist. Dazu werden wir die Verwaltung befragen“, kündigte Obieray für den Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag an. Ein Beschluss ist da aber noch nicht zu erwarten. Seite 3

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erstellt am 30.Mai.2017 | 00:20 Uhr

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