Kommunen bangen um ihre Schulen

Gemeindetag kritisiert zu kurze Frist für Umwandlung der Regionalschulen

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15. Juli 2013, 12:03 Uhr

kiel | Die Kommunen in Schleswig-Holstein befürchten eine Schließungswelle unter weiterführenden Schulen. Anlass ist die kurze Frist, die das künftige Schulgesetz bisherigen Regionalschulen für die Umwandlung zu Gemeinschaftsschulen zum August kommenden Jahres gibt. Der Schleswig-Holsteinische Gemeindetag (SHGT) fordert dafür mindestens zwei Jahre. Sonst hätten die betroffenen Schulen keine faire Chance, ein konkurrenzfähiges Ganztagsangebot zu entwickeln, heißt es in einem Forderungskatalog des SHGT-Landesvorstands.

Zum August 2014 möchte die Landesregierung alle 83 Regionalschulen in Schleswig-Holstein zu Gemeinschaftsschulen machen. Davon gibt es bereits 137. Sie setzen stärker auf gemeinsames Lernen, während sich die Regionalschulen mehr an die einstigen Haupt- und Realschulen anlehnen. SHGT-Geschäftsführer Jörg Bülow sieht die auslaufenden Regionalschulen gegenüber den bestehenden Gemeinschaftsschulen in einer ungünstigen Ausgangslage: "Die existierenden Gemeinschaftsschulen sind bereits im Wettbewerb um die Jugendlichen etabliert. Sie verfügen über ein individuelles Profil, haben in der Regel Mittagsverpflegung und Ganztagsangebote. An den Regionalschul-Standorten muss all dies erst geschaffen werden. Dafür ist ein Jahr bitter kurz." Bülow schlussfolgert: "So steigt die Gefahr, dass Mindestschülerzahlen unterschritten werden und Schulstandorte schließen müssen."

Bereits nach einem Jahr sieht der Entwurf des künftigen Schulgesetzes das Aus vor, wenn im kommenden Schuljahr die Mindestzahl von 240 Kindern nicht erreicht wird. "Der Verlust einer Schule hat dramatische Folgen für die Wohnqualität und das soziale Leben der betroffenen Gemeinde oder Stadt", warnt Bülow. Damit drohten auch Räumlichkeiten etwa für Volkshochschul- oder Musikschulkurse wegzufallen.

Nach Einschätzung des Bildungsministeriums gibt es für die Befürchtung einer "Schließungswelle" durch das Schulgesetz keine Grundlage. Zwar hätten einige Regionalschulen durchaus mit geringen oder sinkenden Schülerzahlen zu kämpfen. Die meisten bemühten sich jedoch um ihr Profil, so Sprecher Thomas Schunck. Vor allem seien die Problemlagen aber "zu komplex für die eine treffende Antwort". Ursache sei in erster Linie der demo grafische Wandel.

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