König Stefan ist „bewundernswert“

Wenige Minuten nach dem Königsschuss: Gloria und Stefan Wulff, das Königsopaar 2018 der Eutiner Schützengilde.
Wenige Minuten nach dem Königsschuss: Gloria und Stefan Wulff, das Königsopaar 2018 der Eutiner Schützengilde.

50-Jähriger Eutiner erfüllt sich mit dem Titel des Schützenkönigs einen Traum

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17. Juli 2018, 12:51 Uhr

Einen Hang zur Bühne kann er nicht leugnen: Als Jugendlicher hatte Stefan Wulff auf den Beruf des Bühnenbildners hingearbeitet, dafür gezielt zwei Lehren als Tischler und als Elektriker absolviert. „Aber dann bin ich bei der Bahn gelandet“, sagt der verheiratete Vater einer 21-jährigen Tochter, der vor 50 Jahren in Eutin geboren wurde.

Ein anderes Ziel hat der Ingenieur immerhin im fünften Anlauf erreicht: Er ist Große Majestät der Eutiner Schützengilde von 1668 – und das im Jubiläumsjahr, in dem die Gilde ihr 350. Bestehen feiert.

Vor diesem Hintergrund hatte Wulff schon Angst, dass sein Beiname, den jeder Schützenkönig von dem Vorsteher bekommt, etwas mit dem Jubiläum zu tun haben könnte. Aber er geht als „Stefan der Bewundernswerte“ in die Geschichte der Gilde ein – worüber sich Wulff sehr gefreut hat, besonders auch wegen der Begründung des Wortführenden Vorstehers Heiko Godow. Wulff: „Ich kann ja schlecht Nein sagen, und wenn ich gefragt werde, dann helfe ich auch. Heiko hat gesagt, es sei bewundernswert, in welcher Perfektion ich meine Aufgaben erledige.“

Stefan Wulff gehört seit 2003 der Gilde an. Das war die Zeit, als er gemeinsam mit André Meyer die Firma LDS GmbH in Eutin zu einem Logistik- und Dienstleistungsunternehmen für Bauarbeiten rund um Bahngleise aufbaute. Die Firma ist vor kurzem verkauft worden, Wulff arbeitet wieder für ein ähnliches Unternehmen als Angestellter.

Sein erster Arbeitgeber nach abgeschlossener Tischlerlehre bei Ulrich in Eutin und Elektrikerlehre bei Bäcker in Ahrensbök war ein Bahnbauunternehmen in Lüneburg. „Mein Chef hat damals wohl mein Talent erkannt und mir ein Ingenieurstudium ermöglicht“, erinnert sich Wulff, der in der ganzen Republik und auch im benachbarten Ausland herumgekommen ist. Den Sitz der eigenen Firma, die 2002 die erste eigene Lokomotive in Eutin auf den Namen „Grüne Rose“ taufte, siedelte er aber in seiner Heimatstadt Eutin an.

Über den Königstitel im fünften Anlauf hatten sich Wulff und auch seine Frau Gloria sichtbar gefreut. Beide wissen, was – neben der Silberhochzeit – in den kommenden zwölf Monaten auf ein amtierendes Königspaar zukommt.

„Es werden für mich wohl ein paar Termine mehr als sonst“, sagt Wulff. Als Offizier der Gilde gehört er ohnehin zu dem Kreis der Schützen, die irgendwie immer da sind und auch die Gilde bei Veranstaltungen anderer Vereine und Einrichtungen repräsentieren. „Da wird sicher noch der ein oder andere Geburtstag hinzukommen, bei dem der König zum Gratulieren kommt.“

Klar ist: Ein höheres repräsentatives Amt als Große Majestät kann man in der Gilde nicht bekleiden. Und wer weiß: Vielleicht ergibt sich ja auch noch mal die Gelegenheit, beim Bühnenbau einzusteigen.

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